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Neuigkeiten vom Netzwerk Fluchtforschung

Newsletter Nr. 47

Februar 2021

 

Nur vier Prozent der deutschen Bevölkerung halten laut Forschungsgruppe Wahlen Migration ("Ausländer/Integration/Flüchtlinge) aktuell für ein wichtiges politisches Problem. Vor gerade mal fünf Jahren lag der Wert bei weit über 80 Prozent, etwa so wie Corona heute. Für Geflüchtete ist das Verschwinden aus dem Auge der Aufmerksamkeit einerseits eine Gefahr, etwa wenn hunderttausende Bewohner*innen von Flüchtlingsunterkünften in Deutschland trotz der dortigen besonderen Ansteckungsgefahren in den öffentlichen Diskussionen um Schutzmaßnahmen kaum vorkommen – von den Gefahren an den europäischen Außengrenzen und jenseits Europas ganz zu schweigen (siehe dazu die COVID-19-Reihe auf dem FluchtforschungsBlog). Andererseits mag die relative Stille um Flucht und Migration die Chancen auf eine evidenzbasierten Asylpolitik erhöhen. 
Für die Flucht- und Flüchtlingsforschung sind die momentanen Werte des öffentlichen Problembewusstseins für Migration und Flüchtlinge eine Chance. Sie entsprechen heute den Zahlen, wie sie zuletzt 2013 gemessen wurden – als das Netzwerk Fluchtforschung gegründet wurde. Der große Unterschied zu damals besteht darin, dass es inzwischen eine lebendige, vielfältige und vernetzte Flucht- und Flüchtlingsforschung in Deutschland gibt. Verbunden mit einer geringeren Politisierung des Forschungsthemas als noch vor wenigen Jahren ergeben sich Möglichkeiten für die Entwicklung innovativer Ansätze und Konzepte wie auch komplexitätssensibler Transferprojekte im Feld der Flucht- und Flüchtlingsforschung. Dies ist nicht zuletzt in den vielfältigen, multidisziplinären und wegweisenden Forschungen, Publikationen und Veranstaltungen der Mitglieder des Netzwerks Fluchtforschung ersichtlich, wie wir sie alle zwei Monate in unserem Newsletter präsentieren. Werden diese Potentiale zusätzlich durch Institutionalisierung, Nachwuchsförderung und nachhaltige Finanzierungen des Forschungsfeldes unterstützt, können Wissenschaft wie auch Politik und Gesellschaft auf etablierte Forschung und Erkenntnisse zu  den anstehenden Herausforderungen zurückgreifen, wenn Flucht und Flüchtlinge wieder hoch auf der politischen Agenda stehen. 

Vielen Dank für Ihr Interesse am Netzwerk Fluchtforschung!

J. Olaf Kleist
für das Netzwerk Fluchtforschung

Bendel, Petra et al.

„Wie Flüchtlinge zum Sicherheitsrisiko gemacht werden“, Deutschlandfunk, 17.01.2021, Link  

„Frontex und die Pushback-Vowürfe“, Deutschlandfunk, 22.01.2021, Link
 
Jochen Oltmer: 
 
„Corona-Pandemie verdrängt Migrationsproblematik: Keine langfristige Politik in Sicht“ (Interview), Südwestrundfunk (SWR 2), Sendung „SWR 2 am Morgen“, 30.12.2020, Link
 
„Globale Migration im 19. und 20. Jahrhundert“ (Interview), Sendung „Die Reise der Menschheit“, Teil 3: „Welt in Bewegung“, Phoenix, 31.12.2020 (sowie wissenschaftliche Beratung der dreiteiligen Dokumentation), Link
 
Fernsehdokumentation „Der Traum von der neuen Welt“ (Berater der Sendereihe sowie Interview), Phoenix, 30.01.2021, Link
Neue Zeitschrift am IMIS gegründet: Zeitschrift für Migrationsforschung / Journal of Migration Studies, erscheint seit 2021 als Open Access-Zeitschrift, Link
 
Morgan Etzel beschäftigt sich seit Februar 2021 als Bildungsreferent beim Antidiskriminierungsverband Schleswig-Holstein (advsh) e.V. am Projekt „Recht gegen Diskriminierung“
 
Das erste Issue der CEMIG Papers „Global Migration Studies“ ist erschienen: 
Laura Stielike: Dispositive der (Im)mobilisierung - Fluchtursachenbekämpfung in genealogischer Perspektive.Hier online verfügbar: Link, „Information for Authors“ unter: Link

Bendel, Petra et al. (2021): Gemeinsam die Einwanderungsgesellschaft gestalten. Bericht der Fachkommission der Bundesregierung zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit. Link

Boenigk, Silke / Fisk, Raymond / Kabadayi, Sertan / Alkire, Linda / Cheung, Lilliemay / Corus, Canan / Finsterwalder, Jörg / Kreimer, Aaron / Luca, Nadina / Omeira, Mansour / Paul, Pallab / Santos, Marcos F. / Smidt, Nina (2020): Rethinking Service Systems and Public Policy: A Transformative Refugee Service Experience Framework. Journal of Public Policy and Marketing, ahead-of-print. Link

Finsterwalder, Jörg / Kabadayi, Sertan / Fisk, Raymond / Boenigk, Silke (2021): Creating Hospitable Service Systems for Refugees During a Pandemic: Leveraging Resources for Service Inclusion. Journal of Service Theory and Practice, ahead-of-print. Link

Fuchs, Lukas M / Jacobsen, Jannes / Walther, Lena / Hahn, Eric / Ta, Thi-Minh-Tam / Bajbouj, Malek / von Scheve, Christian (2021): The Challenged Sense of Belonging Scale (CSBS) – A Validation Study in English, Arabic, and Farsi/Dari amongst Refugees and Asylum Seekers in Germany. Measurement Instruments for the Social Sciences3(3). Link

Goebel, Simon (2021): Einmischen! Aber wie? Migrationsforschung zwischen Wissenschaftskommunikation, kritischer Politikbegleitung und Politikberatung. Zeitschrift für Migrationsforschung 2021/1 (2), online-first. Link

Harsch, Leonie (2021): Lokalisierung humanitärer Hilfe. Internationale Politik Special 2021/01, 67–69. Link

Heinemann, Alisha M.B. / Sarabi, Saman A. (2020): Paternalistic Benevolence - Enabling Violence. Teaching the Hegemonic Language in a Double Bind. European Journal for Research on the Education and Learning of Adults (RELA) 2020/11 (3), 309-320. Link

Jacobsen, Jannes / Kühne, Simon (2021): Using a Mobile Phone App when Surveying Highly Mobile Populations: Panel Attrition, Consent and Interviewer Effects in a Survey of Refugees. Social Science Computer Review, online first. Link

Krause, Ulrike (2021): Colonial Roots of the 1951 Refugee Convention and its Effects on the Global Refugee Regime. Journal of International Relations and Development, online first. Link

Krause, Ulrike (2020): (Un)sichtbar und (un)sicher? Humanitäre Politiken und Praktiken um Frauen in Flüchtlingssituationen. In: Daniel, Antje et al. (Hrsg.): Gewalt, Krieg und Flucht. Feministische Perspektiven auf Sicherheit. Opladen: Verlag Barbara Budrich, 159-179.

Münch, Sybille (2020): Demokratie in der Einwanderungsgesellschaft. In: Kost, Andreas/ Peter Massing/Marion Reiser (Hrsg.): Handbuch Demokratie. Frankfurt: Wochenschau Verlag, 247-260.

Oltmer, Jochen (2021): Das Wachstum der Städte durch Migration. In: Bundeszentrale für politische Bildung, Kurzdossier Migration. Link

Parusel, Bernd (2020): Pieces of the Puzzle – Managing Migration in the EU. Brüssel: European Liberal Forum. Link

Schreyer, Franziska / Bauer, Angela (2021): Ausbildung während der Pandemie: Junge Geflüchtete brauchen mehr denn je professionelle Unterstützung. IAB-Forum. Link

Segadlo, Nadine (2021): Navigating Through an External Agenda and Internal Preferences: Ghana’s -National Migration Policy. Discussion Paper 8/2021, Bonn: German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik. Link

Stürner, Janina / Bekyol, Yasemin (2021): Going the Social Distance. How migrant and refugee-sensitive urban COVID-19 responses contribute to the realization of the Global Compacts for Migration and Refugees. Policy Paper. UCLG and ICMPD. Link

Sußner, Petra (2020): Flucht-Geschlecht-Sexualität. Eine menschenrechtsbasierte Perspektive auf Grundversorgung und Asylstatus. Juristische Schriftenreihe 288, Verlag Österreich. Link
 
 
Ulrike Krause 
17.2.2021 
„Colonial Impact on the Founding of the 1951 Refugee Convention” 
Boston University Initiative on Forced Displacement 
Link  
 
 
18.3.2021, 18 Uhr
„Postkategoriales Denken: Wie können Asylrecht und Antidiskriminierungsrecht voneinander lernen?“
Susanne Baer, Nora Markard, Petra Sußner
Moderation: Ray Trautwein
Eine Veranstaltung der Diskussionsreihe kollektiv diskutieren
Zoom Link nach Anmeldung bei marie-luise.hartwig@rewi.hu-berlin.de (bis 17.3.2021)
Link

weTitel: Polizei, Politik, Polis – Zum Umgang mit Geflüchteten in der Stadt
Projektleitung: Prof. Dr. Georgios Terizakis (HfPV), Prof. Dr. Michael Haus (Universität Heidelberg), Prof. Dr. Sybille Münch (Leuphana)
Projektmitarbeiter*innen: Dr. Marilena Geugjes (HfPV), Svenja Keitzel (Heidelberg), Leonie Jantzer (Leuphana)
Ort: Wiesbaden, Heidelberg, Lüneburg
Gefördert von: DFG
Laufzeit: 1.1.2021 - 31.12.2023
Kontakt: sybille.muench@leuphana.de
Link
 
 
Titel: Whole-COMM: Exploring the integration of Post-2014 Migrants in Small and Medium-sized Towns and Rural Areas from a Whole of Community Perspective
Projektleitung: Tiziana Caponio (Turin), Birgit Glorius (Chemnitz), und andere
Projektmitarbeiter*innen: N.N.
Ort: Turin, Chemnitz. und andere
Gefördert von: European Commission (H2020)
Laufzeit: 1/2021-3/2024
Kontakt: Prof. Dr. Birgit Glorius
Link

Titel: Ent|grenz|ungen | 28. DGfE-Kongress 2022
Organisation: Der Fachbereich 12 Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universitöt Bremen unter der Leitung von Prof. Dr. Alisha M.B. Heinemann, Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu und Prof. Dr. Nadine Rose 
Ort: voraus. Hybridveranstaltung (digital / Universität Bremen)
Datum: 13. bis 16. März 2022
Deadline für Abstracts:  Beiträge müssen bis spätestens 23. April 2021 online über Conftool
eingereicht werden
BeschreibungDer DGfE-Kongress 2022 Ent | grenz | ungen richtet den Blick auf Ent- und Begrenzungen in ihrer Bedeutung für Prozesse von Bildung, Erziehung und Sozialisation. Die Festlegung, Bearbeitung und Überschreitung von Grenzen kann ebenso konkret, wie auch im übertragenen Sinne als eine Kernaufgabe von Bildung und Erziehung verstanden werden. Hier wäre etwa zu denken an räumliche, zeitliche, disziplinäre, paradigmatische, politische, soziale, kulturelle und andere Be- und Entgrenzungen. Angesichts von gesellschaftlich tiefgreifenden Veränderungen werden Grenzen und ihre Überwindung zu immer zentraleren Herausforderungen des Anthropozäns. Innerhalb der Grenzen zwischen dem praktisch Machbaren und dem ethisch Vertretbaren findet die Erziehungswissenschaft in der Gestaltung von Lebenswelten und der Auseinandersetzung mit pädagogischen Praktiken vieldimensionale Aufgaben und nicht zuletzt ihre Verantwortung. Wir wollen diese Beobachtungen unter der Metapher Ent | grenz | ungen zum Anlass nehmen, im Rahmen des DGfE-Kongresses 2022 an der Universität Bremen den Raum für eine disziplinäre Auseinandersetzung mit erziehungswissenschaftlich relevanten Grenzen, Entgrenzungen, Begrenzungen, Grenzziehungen, Grenzverletzungen und Grenzüberschreitungen zu öffnen. Es stellt sich insbesondere die Frage, welchen Beitrag die Erziehungswissenschaft aufbauend auf bisherigen Forschungsergebnissen als Disziplin leisten kann und welche Verantwortung pädagogisch Tätige in ihrem Handlungsfeld übernehmen können, um auf Ent | grenz | ungen zu reagieren und diese zu moderieren.
LinkLink
 
 
Titel: A Common European Asylum System: Utopian or Dystopian Expectations? Special Issue „Social Inclusion”
Submission (Abstracts): 1-15 June 2021
Submission (Full Papers): 15-30 December 2021
Publication: July/September 2022
Description: This thematic issue, edited by Birgit Glorius (TU Chemnitz) and Jeroen Doomernik (UvA Amsterdam), will provide original research results regarding the functionality and future of the Common European Asylum System. Paper Proposals are welcome.
Link: See details under Link
 
 
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