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Neuigkeiten vom Netzwerk Flüchtlingsforschung

Newsletter Nr. 17

Februar 2016

 

Das vergangene Jahr war flüchtlingspolitisch von Dramatik, politischen Wendungen und Emotionen geprägt. Dass die humanitären Flüchtlingskrisen, die im Nahen Ostens, Zentralasien und diversen Regionen Afrikas kumulierten, eines Tages auch Europa  erreichen würden, wurde lange gemahnt.  Doch die Konsequenzen und deren Ausmaße, von Willkommensengagement bis totaler Ablehnung, von einer politischen Krise des europäischen Asylsystems zu einer Krise der EU und der Bundesregierung, humanitärer Notstand von Syrien über Erstzufluchtsländer über Griechenland bis nach Berlin, konnte Anfang 2015 niemand vorhersehen.  Zum Anfang diesen Jahres sehen wir eine Fortsetzung jener Entwicklungen, doch wie das restliche Jahr von Vertreibungen, Zwangsmigration und den Reaktionen darauf geprägt sein wird, ist nicht abzuschätzen.
Auch die Flüchtlingsforschung ist von den Ereignissen des letzten Jahres stark geprägt worden. Die Anzahl an Mitglieder im Netzwerk Flüchtlingsforschung hat sich im Laufe des vergangenen Jahres vervierfacht. Viele unserer Mitglieder sind zu regelmäßigen AnprechpartnerInnen der Medien geworden und tragen auf Grundlage der Forschungen zur öffentliche Debatte bei. Dabei werden auch die Flüchtlingsforschung und das Netzwerk selber immer wieder zum Gegenstand des Interesses. Angesichts der Herausforderungen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene sind eine Reihe von kleineren und größeren Forschungsprojekten begonnen worden, die mit wissenschaftlicher Expertise dazu beitragen, neue Ansätze im Flüchtlingsschutz zu finden. Die Flüchtlingsforschung wird verstärkt als ein gesellschaftspolitisch relevantes sowie auch als wissenschaftlich eigenständiges Feld wahrgenommen.
Was für 2016 schon jetzt absehbar ist, ist die Etablierung des Themas Flucht in den Wissenschaften: unzählige (geplante) Publikationen und kaum eine wissenschaftliche Zeitschrift ohne Sonderausgabe zum Thema; Veranstaltungen, Workshops, Tagungen und Konferenzen fast jede Woche, die Aspekte der Flüchtlingsforschung aufgreifen. Auch das Netzwerk Flüchtlingsforschung ist aktiv hieran beteiligt.  Wir sind  Kooperationspartner der Fachtagung "Aus den Augen, aus dem Sinn: Auslagerung und Regionalisierung von Migrationskontrolle und Fluchtbewegungen", die am 23.2.2016 in Berlin von Brot für die Welt mit uns und anderen organisiert wird. Der AK Flüchtlingsrecht im Netzwerk Flüchtlingsforschung plant ein Doktorandenkolloquium für den 2. April – mehr Informationen hierzu finden Sie auf der Seite des Arbeitskreises. Zudem stecken wir mitten in den Vorbereitungen zur 1. Nationalen Konferenz der Flüchtlingsforschung, die vom 6. bis 8. Oktober 2016 in Osnabrück stattfinden wird. Nach einer großen Resonanz auf unseren Call for Panels haben wir 34 thematische Panels ausgewählt, die eine große Bandbreite an Themen und Disziplinen abdecken. Die Calls for Papers und eine Übersicht der thematischen Panels sowie Angaben zur Einreichung von Vortragsvorschlägen sind auf der Konferenzseite abrufbar. Aktuelle Informationen zu den Aktivitäten des Netzwerks Flüchtlingsforschung und unserer Mitglieder sind zudem wie immer auf unserer Homepage zu finden.
Weitere Projekte sind in Vorbereitung, die zur Etablierung der Flüchtlingsforschung in der deutschen Wissenschaftslandschaft beitragen sollen. Das Netzwerk Flüchtlingsforschung ist bestrebt, mittelfristig eine nachhaltige und strukturelle Institutionalisierung des Forschungsfeldes in Deutschland zu erreichen, um über die politische Aktualität des Themas hinaus auch langfristig eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Vertreibung, Zwangsmigration und Flüchtlingsschutz, die unsere Gesellschaften beständig begleiten und herausfordern, garantieren zu können. Möglicherweise können dieses Jahr dafür Grundlagen gelegt werden. 2016 wird in jedem Fall, soviel kann bereits gesagt werden, für das Netzwerk Flüchtlingsforschung und seine Mitglieder ereignisreich sein.
Wir freuen uns, dass Sie uns dabei begleiten, und danken Ihnen für Ihr Interesse am Netzwerk Flüchtlingsforschung. 


J. Olaf Kleist
für das Netzwerk Flüchtlingsforschung

Wir freuen uns über Ihre Ideen und Anregungen unter info@fluechtlingsforschung.net   
Das Netzwerk Flüchtlingsforschung freut sich, 19 neue Mitglieder begrüßen zu können:
Dr. Susanne Becker
Dr. phil. Annett Fleischer
Julia Freudenberg, Dipl.-Kffr.
Simon Goebel, M. A.
Adèle Goetsch, LL.M
Johanna Günther
Andreas Kewes
Nele Kortendiek, M.Sc.
Prof'in Dr. phil. Nadia Kutscher
Sonja Langheinrich, M.A.
Mona Massumi
Thomas Matthies, Dipl. Jur.
Prof. Klaus Neumann
Prof. Dr. Markus Ottersbach
Vicky Pohontsch, M.A.
Dr. Markus Rudolf
Prof. Dr. Andrea Frieda Schmelz
Dr. Benjamin Schraven
Maike Wünnemann, M.Sc.

Weitere Informationen zu den 121 Mitgliedern des Netzwerks, einschließlich Ihrer Arbeitsschwerpunkte und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf unserer Homepage unter http://fluechtlingsforschung.net
/mitglieder/
Folgende Forschungsprojekte wurden neu begonnen:

Die Unterbringung von Flüchtlingen in nordrhein-westfälischen Kommunen - Bausteine eines integrierten Gesamtkonzepts 
Projektleitung: Markus Ottersbach

Öffnung deutscher Hochschulen für Asylsuchende
Projektleitung: Hannes Schammann (M)

„Nordkoreanische Flüchtlinge in Deutschland“
Projektleitung: Prof. Dr. Cordula von Denkowski (M), Prof. Dr. Yi Soon Hyung (Seoul National University)

Mehr Informationen unter
www.fluechtlingsforschung.net/
projekte/



Das Forschungsprojekt „Internet ist gleich mit Essen" Empirische Studie zur Nutzung digitaler Medien durch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wurd abgeschlossen, Zusammenfassung der Ergebnisse von Prof.’in Dr. Nadia Kutscher
 
Der FlüchtlingsforschungsBlog hat eine Reihe interessanter Beiträge publiziert:

Gil Loescher
Geschichte und der aktuelle Stand der historischen Flüchtlingsforschung
History and current state of historical research in Refugee Studies

Alexander Betts
„Der Elefant im Raum“

Anne Lübbe
Keine Asylanerkennung für Flüchtlinge aus türkischen Lagern?

Netzwerk Flüchtlingsforschung
Flüchtlingsforschung gegen Mythen 2
Aktuelle Beiträge des FlüchtlingsforschungsBlogs finden Sie unter http://fluechtlingsforschung.net
/blog/
 wo Sie Beiträge auch per Email abonnieren können.
Promotionsstipendium im Forschungsprojekt "Globaler Flüchtlingsschutz und lokales Flüchtlingsengagement. Ausmaß und Grenzen von Agency in gemeindebasierten NGOs von Flüchtlingen." bei Dr. Ulrike Krause, Universität Marburg. 
Mehr Informationen

 

Eine Auswahl an Medienbeiträgen der Netzwerk Mitglieder:

Claudia Engelmann, J. Olaf Kleist und Ulrike Krause
Wir mischen uns in die Flüchtlingskrise ein, Zeit Online, 12.12.2015. Link
 
 
Benjamin Schraven
Wie viel Migration verträgt ein Land? Migazin, 29.01.2016. Link

Bargeldtransfer: Migranten als treue Kunden, Arte. Link

Entwicklungspolitik gegen Fluchtursachen, General Anzeiger Bonn, Link
 
Ivo Theele
 
Interview über die mediale und literarische Präsenz der Figur des Fluchthelfers, Deutschlandradio Kultur, Link
 
Mehrere Publikationen unserer Mitglieder zu Flucht und Zwangsmigration werden neu auf unserer Homepage aufgeführt:
 
Berlinghoff, Marcel (2016): 
Die Europäische Flüchtlingspolitik
auf dem Prüfstand

Berlinghoff, Marcel (2015): 
Ein neues Einwanderungsrecht
 - wozu?
Carstensen-Egwuom, Inken & Jan Hutta (2015): Transnationalität und ihre Grenzen. Einführung der Herausgeber*innen
 
Engelmann, Claudia (2015): Sichere Herkunftsstaaten - sinnvoll oder nicht?
Karakayali, Serhat / J. Olaf Kleist (2016): ‘European Refugee Policy from Below?‘
 
Kleist, J. Olaf (2016): Was kann Flüchtlings­forschung leisten? Perspektiven und Herausforderungen eines nicht nur aktuellen Forschungsfeldes
 
Krause, Ulrike (2016), 'Ethische Überlegungen zur Feldforschung. Impulse für die Untersuchung konfliktbedingter Flucht', CCS Working Paper Series, Nr. 20.

Mautz, Christoph (2015): "The Refugee in Europe" in RIMCIS - International and Multidisciplinary Journal of Social Sciences 4, Nr. 3: 293-311. Link
 
Ottersbach, Markus (2015): Regionale Soziale Arbeit mit Flüchtlingen am Beispiel Köln.

Ottersbach, Markus/Prölß, Claus-U. (Hg.) (2011): Flüchtlingsschutz als globale und lokale Herausforderung

Ottersbach, Markus (2011): Die Lage der Flüchtlinge in Köln
 
Schmalz, Dana (2015): Der Flüchtlingsbegriff zwischen kosmopolitischer Brisanz und nationalstaatlicher Ordnung
 
Schraven, Benjamin / Bernhard Trautner / Julia Leininger / Markus Loewe / Jörn Grävingholt (2016) How can development policy help to tackle the causes of flight?
 
Steigemann, Anna/ Eckardt, Frank / Werner, Franziska (2016): A Welcoming Policy in post-socialist East Germany. 

Wessels, Janna (2015). Rechtliche Fortschritte, praktische Risiken - Die besondere Verletzlichkeit geschlechtsspezifischer Asylgesuche. In: Frauen und Flucht - Integration benötigt die Geschlechterperspektive
 

Sie finden detaillierte Informationen zu diesen und anderen Publikationen unserer Mitglieder unter http://fluechtlingsforschung.net/
publikationen/
Für die Konferenz des Netzwerks Flüchtlings-forschung "65 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention" vom 6. bis 8.10.2016 an der Universität Osnabrück stehen Call for Papers bereit für 34 thematische Panels und eine limitierte Anzahl von offenen Themen. Eine Liste aller Panels und Call for Papers mit Angaben zur Einreichung von Votragsvorschlägen findet sich auf der Homepage des Netzwerks Flüchtlings-forschung unter: 
http://fluechtlingsforschung.net/
konferenz/call-for-papers-2016/



Doktorandenkolloquium des AKs Flüchtlingsrecht im Netzwerk Flüchtlingsforschung, 02.04.2016, Berlin. Informationen und Bewerbung
Fachtagung "Aus den Augen, aus dem Sinn: Auslagerung und Regionalisierung von Migrationskontrolle und Fluchtbewegungen", 23.2.2016. Netzwerk Flüchtlingsforschung ist Kooperationspartner Mehr Informationen
 
"Converted Christians, Closeted Gays: Conceptualising religion and sexual orientation in asylum claims in Europe", 15 March at the VU University Amsterdam. Mitorganisatorin: Janna Weßels. Mehr Informationen

Human Rights Beyond Borders”, Internationale Tagung, 8.-9. April 2016, Centre for Human Rights Erlangen-Nürnberg, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Mitorganisatorin: Petra Bendel. Mehr Informationen
 
"The role of asylum related organisations and their cooperation networks for the reception and integration of refugees in Europe", Internationaler Workshop, 06.07.-08.07.2016, Ruhr-Universität Bochum. Mitorganisaorin: Anna Gansbergen. Mehr Informationen
Mitglieder halten in den kommenden Wochen folgende Vorträge:


Anna Gansbergen
10.02. 2016 – Vortrag "MApping REfugees' arrivals at the Mediterranean borders – Das Projekt MAREM in Forschung und Lehre" im Arbeitskreis Fluchtmigration an der Universität Siegen 
 
13.07.2016 - Vortrag "The Role of Asylum Related Organisations and Their Cooperation Networks at the Mediterranean Borders in the Context of the Common European Asylum System" im Rahmen des 3rd ISA FORUM for Sociology in Wien 
 
Olaf Kleist
19.02.2016: Post-Migration Reasons of Flight in Asylum: How Countries of Refuge and Refugees Construct Causes of Displacement, Conference ‘Why people migrate: Multiple Causes, Complex Reasons and Their Normative Assessment’, Merkur Projekt ‘Ethik der Einwanderung’, Bochum/Essen.
 
Dana Schmalz
7.-9.04.2016 – Vortrag zum Flüchtlingsbegriff, „Praxen der Rechtskritik“, HU Berlin, Mehr Informationen
 
Janna Weßels
03.03.2016, 19:00 Uhr, Vortrag mit anschließender Diskussion: “Gender und Asyl - Zu Fragen des Flüchtlingsschutzes bei geschlechtsspezifischer Verfolgung”, Hörsaal S1 (im Schloss), Schlossplatz 2, Münster

 
Das Netzwerk Flüchtlingsforschung lebt von den Beiträgen seiner Mitglieder und anderer Interessierter.

Wir möchten Sie daher bitten, uns über Veranstaltungen und andere interessante Nachrichten in Kenntnis zu setzen, damit wir solche Informationen weitergeben können: http://fluechtlingsforschung.net/uber-netzwerk-fluchtlingsforschung


Sollten Sie selber zu Flucht und/oder Zwangsmigration forschen, laden wir Sie zudem herzlich ein, dem Netzwerk beizutreten und uns Details zu Ihren Forschungsprojekten und Publikationen zu senden: http://fluechtlingsforschung.net/uber-netzwerk-fluchtlingsforschung/#Mitglied

Sollten Sie Fragen oder Anregungen zum Netzwerk Flüchtlingsforschung haben, so kontaktieren Sie uns bitte unter info@fluechtlingsforschung.net
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Verantwortlich für den Newsletter: J. Olaf Kleist
Unsere Anschrift lautet:
Netzwerk Flüchtlingsforschung
Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS)
Universität Osnabrück
Osnabrück 49069
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