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Neuigkeiten vom Netzwerk Flüchtlingsforschung


Newsletter Nr. 13

Juni 2015

 

Spätestens mit der momentanen Flüchtlingskrise an den europäischen Außengrenzen und den hohen Zahlen an ertrunkenen Migranten im Mittelmeer ist die Flüchtlingspolitik wieder ganz oben auf der öffentlichen und politischen Agenda angelangt. "Ausländer, Flüchtlinge und Integration" werden laut einer Politikbarometer Umfrage von Mitte April diesen Jahres von 49 Prozent der deutschen Bevölkerung als das momentan wichtigste Politikfeld erachtet - von so vielen wie seit 20 Jahren nicht mehr. Auch viele Mitglieder des Netzwerk Flüchtlingsforschung haben sich aktiv an der medialen Debatte über angemessene Reaktionen auf zunehmende Asylanträge und sich verschärfende Flüchtlingskrisen beteiligt (siehe unten). Nicht zuletzt hat der FlüchtlingsforschungsBlog mit einer Reihe von wissenschaftlich informierten Interventionen unserer Mitglieder die Mittelmeerkrise aus diversen Diszplinen und Perspektiven beleuchtet. Dabei hat sich gezeigt, dass es keine einfachen Antworten auf die komplexen Herausforderungen von Vertreibung, Zwangsmigration und Flüchtlingsschutz gibt; aber auch, dass die Flüchtlingsforschung entscheidende Einsichten, wichtige Warnungen sowie oft ignorierte Aspekte zur Formulierung von Flüchtlingspolitiken beizutragen hätte. Gerade angesichts der vorwiegend auf Sicherheitspolitik setzenden und als weitgehend mangelhaft eingeschätzten EU Agenda für Migration ist die Relevanz einer Einbeziehung der Flüchtlingsforschung in die Gestaltung der Flüchtlingspolitik deutlich geworden.

Doch Flüchtlingsforschung ist weit mehr als Politikberatung und zeichnet sich gerade dadurch aus, dass sie nicht unbedingt auf tagesaktuelle Themen beschränkt ist. Gerade als ein noch junges Forschungsfeld in Deutschland ist sie herausgefordert, fundamentale Fragen zum Verständnis von Vertreibung, Zwangsmigration und Flüchtlingsschutz zu untersuchen. Für diesen Zweck gründete sich das Wissenschaftliche Netzwerk 'Grundlagen der Flüchtlingsforschung', das mit dem Netzwerk Flüchtlingsforschung eng assoziiert sowie personell und organisatorisch eng verknüpft ist. Im 'Grundlagen' Netzwerk kommen 14 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, die - gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - im Laufe der kommenden drei Jahren in sechs Arbeitstreffen Fragen zum Flüchtlingsbegriff, zu Geschichte, zu Gewalt, zur Ethik und zu Menschenrechten - um nur einige Themen zu nennen - diskutieren werden. Das erste Arbeitstreffen zur Frage 'Wer ist ein Flüchtling?' findet am 4. und 5. Juni am IMIS in Osnabrück statt. Genaueres zum 'Grundlagen' Netzwerk, seinen Mitgliedern und seiner Arbeit finden sie auf unserer Homepage.

Im April war das Netzwerk Flüchtlingsforschung zusammen mit ProAsyl Kooperationspartner der von Brot für die Welt/Evangelischer Entwicklungsdienst und Evangelische Akademie Bad Boll organisierten Jahrestagung 2015 der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung. Das Thema war „Leitbild Frieden – Wege zu einer friedenslogischen Flüchtlingspolitik“ (Bericht). Wir hoffen, die Zusammenarbeit und Synergien zwischen der Flüchtlings- und der Konfliktforschung weiter zu vertiefen. Zudem freuen wir uns auf zukünftige Kooperationen mit Projekten und Initiativen, aus der Flüchtlingsforschung oder verwandten Forschungsfeldern.

Unten stehend finden Sie Informationen zu unseren Mitgliedern und ihren Aktivitäten, einschließlich zu anstehenden Vorträgen und Calls for Papers. Angaben zu Publikationen und Forschungsprojekten unserer Mitglieder - sowie eine komplette Liste aller unserer Mitglieder und ihrer Forschungsschwerpunkte - finden Sie auch auf unserer Homepage

Wir danken Ihnen für Ihre Interesse am Netzwerk Flüchtlingsforschung!

J. Olaf Kleist
für das Netzwerk Flüchtlingsforschung

Wir freuen uns über Ihre Ideen und Anregungen unter info@fluechtlingsforschung.net   
Das Netzwerk Flüchtlingsforschung freut sich, vier neue Mitglieder begrüßen zu können:

Sabiha Beg
Juristische Fakultät, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
 
Viktoria Ruth Luisa Metschl, Mag.phil.
Universität Wien, Forschungsplattform „Mobile Cultures & Societies. Interdisciplinary Studies on Transnational Formations“

Dana Schmalz 
Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Berlin/Heidelberg 
 
Dr. Florian Trauner
Institut für europäische Integrationsforschung an der Universität Wien

Weitere Informationen zu den 59 Mitgliedern des Netzwerks, einschließlich Ihrer Arbeitsschwerpunkte und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf unserer Homepage unter http://fluechtlingsforschung.net
/mitglieder/
Mitglieder des Netzwerks sind an folgenden CfPs beteiligt:

Move on! Mobility meets (little) resistances
Graduate Conference, University of Vienna, November 26-28, 2015
Deadline 30.06.2015
Link
 
The Ethics of Immigration in a Non-Ideal World
Special Issue
Moral Philosophy & Politics 2016/2
Papers should be submitted before December 31, 2015, and should not exceed 8000 words.
Link

Die operative Seite von Migrationsregimen: Verwaltung, Rechtspraxis und Wissenschaft
2. Workshop der Study Group on Migration Regimes
Osnabrück, 16./17. Juli 2015, Organisation: IMIS Osnabrück
Deadline für Abstracts: 14. Juni 2015
Link
Der FlüchtlingsforschungsBlog hat eine Reihe von Beiträgen speziell zur Mittelmeerkrise 2015 publiziert:
 
Aktuelle Beiträge des FlüchtlingsforschungsBlogs finden Sie unter http://fluechtlingsforschung.net
/blog/
 wo Sie Beiträge auch per Email abonnieren können.
Mitglieder des Netzwerk Flüchtlingsforschung nahmen in den Medien Stellung, u.a.:
 
Ulrike Krause
Flüchtlingsforschung: "Es werden nicht alle versuchen zu kommen"“, Deutschlandfunk, Kultur heute, 23.04.2015
 
Petra Bendel
"Neue Wege in der Flüchtlingspolitik", Rundschau-Magazin des Bayerischen Fernsehens, 20. April 2015 um 21.45 Uhr.

"Immer wieder Lampedusa: Wie muss sich die europäische Flüchtlingspolitik ändern?", "Das Tagesgespräch", Bayerischer Rundfunk, 17. April 2015.

"Tröglitz — ein bundesweites Problem?", Hessisches Radio hr2 Kultur, 8.4.2015.

"Abschottung ist keine Option",  Erlanger Nachrichten, 23. April 2015.

"Flüchtlinge in Seenot — wie die EU helfen kann und muss", gmx.net, 21. April 2015.

Interview "Die Menschen müssen sich kennenlernen", Nürnberger Familienmagazin FAMOS, Ausgabe 01/2015.
Mehrere Publikationen unserer
Mitglieder zu Flucht und Zwangs-
migration werden neu auf unserer
Homepage aufgeführt:

J. Olaf Kleist (2015):
'Das Dublin System und
Alternativen der europäischen
Solidarität in der EU
Flüchtlingspolitik.

Serhat Karakayali, J. Olaf Kleist (2015): 
EFA-Studie: Strukturen und Motive
der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit
in Deutschland, 1. Forschungsbericht:
Ergebnisse einer explorativen Umfrage
vom November/Dezember 2014.
Bernd Parusel (2015):
'Solidarity and fairness in the 
Common European Asylum System
 – failure or progress?'
Bernd Parusel (2015):
‚Das schwedische Modell – faire und flexible Mobilität
 
Saskia Witteborn (2015):
Becoming (Im)Perceptible: Forced Migrants and Virtual Practice
 
Usha Ziegelmayer (2014):
"Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört" - Überfischung und Landgrabbing: Warum Europa mitverantwortlich ist für die Migration aus dem Senegal.
 
Florian Trauner, Ariadna Ripoll Servent (eds., 2015):
Policy Change in the Area of Freedom, Security and Justice: how EU institutions matter. London: Routledge.

Ariadna Ripoll Servent, Florian Trauner (2014):
Do supranational EU institutions make a difference? EU asylum law before and after communitarisation.


 
Sie finden detaillierte Informationen zu diesen und anderen Publikationen unserer Mitglieder unter http://fluechtlingsforschung.net/
publikationen/
Mitglieder halten in den kommenden
Wochen folgende Vorträge:


Claudia Engelmann
29. Juni, Berlin:
„Sichere Herkunftsstaaten:
Die Praxis anderer EU-
Mitgliedstaaten“
Veranstaltung:Sichere
Herkunftsstaaten und
Abschiebehaft. Rechtsfragen
und aktuelle Praxis
,
Link
 
 
Ulrike Krause
Escaping Conflicts
and Being Safe?
Post-Conflict Refugee
Camps and the Continuum
of Violence, Panel Gender,
Violence and Refugee Communities
(Convenors: Susanne Buckley-Zistel
& Ulrike Krause), 6th European
Conference on African Studies, Paris
 

An folgenden Veranstaltungen ist 
Christiane Fröhlich beteiligt:
25.-26. Juni 2015, Hamburg
Workshop "Critical Perspectives 
on Human Mobility in Times of 
Crisis", am Exzellenzcluster CliSAP 
der Universität Hamburg. 
Link

28. Juni - 1. Juli, Durham UK 
Vortrag
"Labor migration as a climate 
change adaptation strategy? 
Evidence from Syria with a 
focus on gendered inequalities."
auf der COST Action-Conference 
"Human Migration and the 
Environment: 
Futures, Politics, Invention"
Link

26.-30. Juli, Ramallah
Vortrag
"Palestinian Refugees from Syria: 
Consequences of a Double 
Displacement", 7. Konferenz für 
kritische Geographie, Panel 
"Trapped in Crisis and Trapped in 
Refuge? Critical Views on Migration"
Folgendes Forschungsprojekt wurde neu begonnen:

Erfolgreiche Bildungsbiografien von autochthonen und allochthonen Sinti und Roma
Pädogogische Hochschule Freiburg
Projektleitung: Prof. Dr. Albert Scherr, Lena Sachs

 

Das Netzwerk Flüchtlingsforschung lebt von den Beiträgen seiner Mitglieder und anderer Interessierter.

Wir möchten Sie daher bitten, uns über Veranstaltungen und andere interessante Nachrichten in Kenntnis zu setzen, damit wir solche Informationen weitergeben können: http://fluechtlingsforschung.net/uber-netzwerk-fluchtlingsforschung


Sollten Sie selber zu Flucht und/oder Zwangsmigration forschen, laden wir Sie zudem herzlich ein, dem Netzwerk beizutreten und uns Details zu Ihren Forschungsprojekten und Publikationen zu senden: http://fluechtlingsforschung.net/uber-netzwerk-fluchtlingsforschung/#Mitglied

Sollten Sie Fragen oder Anregungen zum Netzwerk Flüchtlingsforschung haben, so kontaktieren Sie uns bitte unter info@fluechtlingsforschung.net
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Verantwortlich für den Newsletter: J. Olaf Kleist
Unsere Anschrift lautet:
Netzwerk Flüchtlingsforschung
Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS)
Universität Osnabrück
Osnabrück 49069
Germany
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