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news #01/21

Das europäische Jahr der Kreislaufwirtschaft


Ruft man sich den Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft in Europa aus März 2020 ins Gedächtnis und nimmt den seinerzeit verabschiedeten Zeitplan zu Hand, dann wird 2021 das Jahr, in dem eine Reihe weiterer Schlüsselmaßnahmen auf den Weg gebracht werden. Dabei geht es um die Gestaltung einer nachhaltigen Produktpolitik, die Neuausrichtung sensibler Wertschöpfungsketten, um Qualität und Menge von Abfallströmen, die gesellschaftliche Verankerung der Kreislaufwirtschaft sowie die Vorbereitung einer globalen Allianz für Kreislaufwirtschaft und die Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen.

Dazu passt der Regierungswechsel in den USA. Eine der ersten Amtshandlungen der Biden-Administration am Tag der Aufnahme der Regierungsgeschäfte war die Rückkehr zum Klimaschutzabkommen von Paris. Hier war die Teilhabe der USA am 4.11.2020 ausgelaufen, nachdem die vorherige Regierung, den Klimawandel leugnend, das Abkommen gekündigt hatte. Dessen Ziel ist die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5° Grad. Erforderlich könnte dafür eine Rückkehr zur Klimapolitik der Obama-Regierung sein. Man darf gespannt sein, welche Schwerpunkte nun entstehen. Für die europäische Kommission bieten sich jetzt neue Chancen internationaler Kooperation.

Folgt auf einen Green Deal der Europäer nun ein neues international geprägtes Kapitel bei der Bewirtschaftung knapper Ressourcen, beim Umgang mit den nach wie vor viel zu hohen CO2-Emissionen oder mit einer Wirtschaftsweise, die nahezu unvermindert fossile Energieträger als Quelle des Wachstums ansieht? Wohl kaum. Ein Richtungswechsel ist angelegt, mehr nicht. Erste, auch große Schritte sind getan. Dennoch wird der Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft hin zu einer kohlestoffarmen und von Nachhaltigkeit geprägten Welt noch Jahrzehnte dauern. Dass Europa hier das größte Tempo vorlegt wird einmal Teil seiner Erfolgsgeschichte und der dringend notwendigen Ressourcenwende in der Bau- und Immobilienwirtschaft sein.

Mit den besten Grüßen,
Rolf Brunkhorst und Annette von Hagel
Geschäftsführende Vorstände
Ressourcenwende

Grüne fordern Bauwende, die FDP will Technologieoffenheit


Am 27.1.2021 beschäftigte sich der Bundestag im Rahmen einer Debatte erstmals mit dem Thema Bau und Immobilienwirtschaft (Plenarprotokoll). Dazu lagen drei Anträge von Bündnis 90/Die Grüne und einer der FDP vor. Bündnis 90/Die Grünen fordern in einem Antrag die Einleitung einer „Bauwende“ und plädieren „für eine ressourcenschonende Bau- und Immobilienwirtschaft“. Hintergrund sei der jährliche Verbrauch von 517 Millionen Tonnen mineralischer Rohstoffe in der Bauwirtschaft, der 90% des Rohstoffabbaus in Deutschland umfasse. Der FDP-Antrag sieht in einer „nachhaltigen Baukultur“ unter anderem „multifunktionale Grundrisse, die verschiedene Nutzungen zulassen“, einen höheren „Anteil an Recyclingbaustoffen“ und bezahlbares Wohnen vor, die vor allem unter der Bedingung der „Technologieoffenheit“ machbar seien. Weiterlesen
Politik

Mantelverordnung vor dem Scheitern?


Nach Information des SPIEGEL vom 22.1.2021 drohen der gerade erst mühsam und nach 15 Jahren Vorarbeit im Dezember im Bundesrat geänderten und verabschiedeten Mantelverordnung für Ersatzbaustoffe und Bodenschutz (siehe dazu unseren Newsletter Dezember 2020) turbulente Wochen. Möglich ist auch ein Scheitern durch bayerische Intervention. Hintergrund sind Befürchtungen der Bayerischen Bauwirtschaft, die diese am 24.11.2021 in einem Verbändeschreiben an Bundesminister Horst Seehofer gerichtet hat. Dies sehen mehrere industrielle Bundesverbände anders, die mit einer Stellungnahme an den Bundeswirtschaftsminister Altmaier vom 11.1.2021 für eine Umsetzung der Mantelverordnung plädieren. Weiterlesen

European Aluminium trifft DG Umwelt


Vertreter von European Aluminium (EA), einem Brüsseler Industrieverband der europäischen Aluminiumwirtschaft, trafen sich Mitte Dezember mit Kestutis Sadauskas, Direktor Kreislaufwirtschaft und Grünes Wachstum der Generaldirektion Umwelt, in Brüssel. Ziel von EA ist es, ihren europaweiten Aktionsplan für Kreislauf-Aluminium voranzubringen und Empfehlungen für drei Dossiers abzugeben, die derzeit von der Kommission bearbeitet werden. Dabei geht es um die Abfallverbringungsverordnung, die Altfahrzeug-Richtlinie und die Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfall. Weiterlesen

Innenstädte brauchen mehr Vielfalt


In einer öffentlichen Anhörung des Bauausschusses zu mehreren Anträgen von Oppositionspartien (Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Linke, AFD) über die Zukunft der Innenstädte waren am 13. Januar Expertinnen und Experten geladen. Ein wichtiges Oberthema der Sachverständigen war die Sorge der weiteren Verödung von Innenstädten, unter anderem durch die Zunahme des Online-Handels. Weiterlesen
Forschung und Wissenschaft

Innovationssystem Kreislaufwirtschaft


Im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) untersuchte Karsten Gnadenberger vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) das Innovationspotenzial der Wirtschaft beim Übergang zur Kreislaufwirtschaft. Im Mittelpunkt der Studie steht dabei die „Entstehung neuen Wissens und neuer Märkte, die Gründung neuer Unternehmen oder die Einführung neuer Geschäftsmodelle“. Dabei stellt der Autor fest, dass sich Deutschland „in einer frühen Entwicklungsphase mit geringer Dynamik“ befindet. Weiterlesen

Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft für Stadtplanung und -entwicklung


Über Ergebnisse aus dem Forschungsvorhaben „Steuerbare urbane Stoffströme – Möglichkeiten und Grenzen der nachhaltigen Steuerung städtischer und stadtregionaler Stoffströme mittels Instrumenten der Stadtplanung“ informiert jüngst das Umweltbundesamt (UBA). Ziel ist die Optimierung von Stoffkreisläufen für eine Reduktion und nachhaltige Gestaltung des Ressourcenbedarfs. Hintergrund ist der hohe Rohstoff- und Materialbedarf für Gebäude und Infrastruktur, der damit einhergehende Energieverbrauch und die resultierenden CO2-Emissionen. Denn allein Gebäude seien in Deutschland für „etwa 35% des Endenergieverbrauchs und etwa 30% der CO2-Emissionen verantwortlich“. Weiterlesen

Bauprodukte: mehr Recycling- und Rezyklateinsatz auf effizienten Märkten


Mit einem umfassenden Abschlussbericht endet ein Forschungsvorhaben im Auftrag des Umweltbundesamtes mit dem etwas sperrigen Titel „Prüfung möglicher Ansätze zur Stärkung des Recyclings, zur Schaffung von Anreizen zur Verwendung recycelbarer Materialien und zur verursachergerechten Zuordnung von Entsorgungskosten im Bereich der Bauprodukte“. Auf der Materialebene geht es in dem Bericht beispielhaft um PVC-Fensterprofile, Flachglas aus Fenstern und Porenbeton. Weiterlesen
Sustainable Finance

BlackRock nennt harte Bedingungen für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz


Der amerikanische Finanzinvestor BlackRock zieht die Daumenschrauben für börsennotierte Kapitalgesellschaften weiter an, die ein klares und aktiv betriebenes Interesse an der Dekarbonisierung ihrer Wirtschaftsweise vermissen lassen. Dahinter steht das steigende Anlagerisiko, das sich für BlackRock bei Investments in Unternehmen ergibt, die einem fortgesetzten Klimarisiko ausgesetzt sind. BlackRock wolle sich laut dem jüngst erschienen Kundenbrief vielmehr nur noch bei Unternehmen engagieren, die aus Unternehmensführung und nachhaltigen Geschäftspraktiken dauerhafte und langfristige Rentabilität erkennen lassen. Weiterlesen

Termine


5.-7.10.2021 – Kasseler Abfall- und Ressourcenforum mit neuem Termin


Unter der Schirmherrschaft des BMU veranstaltet das private Witzenhausen-Institut in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung das 32. Kasseler Abfall- und Ressourcenforum Corona bedingt nunmehr vom 5.-7.10.2021. Das aktualisierte Programm ist auf der Website verfügbar.
 

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