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Gedanken zum Guru-Tattva

Liebe Devotees und Freunde unserer Vrinda-Gemeinschaft,

als aktives Mitglied unserer spirituellen Familie seit fast 20 Jahren fühle ich die Inspiration, eine Betrachtung bezüglich verschiedener Aspekte des Guru-Tattva entsprechend meiner Erfahrung, Verständnis und Gefühlen mit Euch zu teilen.

(Link auf Facebook: https://www.facebook.com/notes/patita-pavana-das/gedanken-zum-guru-tattva/10204785058583947/)
 
Das Krishna-Bewusstsein ist im Westen noch recht jung. Vor gerade mal 50 Jahren kam Srila Prabhupada und machte es auf der ganzen Welt bekannt. Das sind gerade 2 Generationen, wenn man eine Generation mit 25 Jahren veranschlagt. Daher gibt es noch viele Fehlvorstellungen bezüglich des Konzepts des Guru-Tattva und wie es sich hier in dieser Welt offenbart.

Zieht man zunächst einmal die Bhagavad-Gita zu Rate, kann man erkennen, dass der ursprüngliche Guru oder spirituelle Meister Krishna selbst ist. In einem Vers heißt es, dass von Ihm Erinnerung, Wissen und Vergessen kommen. Das heißt also, dass alles, was hier in dieser Welt irgendjemand wissen könnte, seinen Ursprung in Ihm hat. Er ist Bhagavan und Bhagavan wird im Tattva-Sandharba von Jiva Gosvami als Herr aller Energien beschrieben. Er wirkt durch seine Energien und die ursprüngliche Energie, aus der alle anderen hervorgehen, ist Srimati Radharani.

Guru-Tattva ist ein Wirken Radharanis, durch welches Sie Krishna zu erkennen gibt. Nur durch den Willen des Guru-Tattva können wir Ihn kennen, sonst nicht. So wie Srila Sridhar Maharaj sagte: "Das Endliche kann den Unendlichen nicht kennen, aber der Unendliche wäre nicht unendlich, wenn Er sich dem Endlichen nicht verständlich machen könnte." Und wenn dieses Verständlich-Machen vor sich geht, diese Offenbarung, dann findet diese Transaktion durch Guru-Tattva statt.

Guru-Tattva besitzt vollkommene Freiheit. Deshalb kann Guru-Tattva in beliebigen Formen Platz nehmen, auf beliebige Weisen offenbaren. Da gibt es keinerlei Einschränkungen. Zu den Zeitpunkten, zu denen solche Transaktionen aufgrund der Barmherzigkeit des Guru-Tattva durch eine Person stattfinden, fungiert diese Person als spiritueller Meister oder Guru. Das Ermessen, wann und wie das stattfindet, liegt allein beim Guru-Tattva. Wo immer sich Guru-Tattva durch eine Person manifestieren möchte, findet Offenbarung statt. Der Guru ist daher nicht durch sich selbst in dieser Position, sondern durch die Ermächtigung von Radharani. Der Guru fungiert als transparentes Medium, durch den Radharani Krishna zu erkennen gibt.

Diese Offenbarung manifestiert sich in dessen Empfängern zunächst als Shraddha, transzendentales Vertrauen. Srila Sridhara Maharaj sagt: "Faith is the halo of Radharani." (Glaube ist die Ausstrahlung Radharanis.) Diese wunderbare Berührung mit der Ausstrahlung Radharanis manifestiert sich als Wunsch, sich Krishna hinzugeben. Am Anfang ist dieser Wunsch noch sehr schwach und von anderen Interessen verdeckt. Durch Sadhana kann dieser Wunsch dann gestärkt und von unseren provinziellen Interessen befreit werden. Sadhana ist nur möglich in Verbindung mit Guru-Tattva, denn durch Guru-Tattva wird uns offenbart, wodurch wir spirituellen Fortschritt machen können. Wir sind in unseren Anstrengungen auf diesem Weg vollkommen von Guru-Tattva abhängig.

Srila Sridhara Maharaj beschreibt in seinem Buch "Sri Guru und seine Barmherzigkeit", dass es in der Person Guru den absoluten Aspekt, die Manifestation des Guru-Tattva, und den relativen, menschlichen Aspekt gibt. Beide Aspekte, die Manifestation der Barmherzigkeit und Liebe Radharanis und die individuelle Seele existieren parallel an ein und dem selben Ort, der Person Guru. Um den Kontakt zum absoluten Aspekt, zum Guru-Tattva gewährt zu bekommen, bedarf es einer bestimmten inneren Haltung. Die Bhagavad Gita sagt hierzu: "...Man soll sich an einen spirituellen Meister wenden und ihm in ergebener Haltung Fragen stellen...". Diese ergebene Haltung ist notwendig, da nur in dieser Haltung unser Geist offen ist für neues, bereit ist zu lernen. Wenn wir mit einer vorgefertigten Meinung und ohne den Wunsch, diese durch göttliche Offenbarung berichtigt zu bekommen, uns dem Guru nähern, wird uns der Kontakt mit dem Guru-Tattva verschlossen bleiben, da Krishna unsere Willensfreiheit niemals einschränkt. Nur wenn wir an den Guru mit dem entsprechenden Wunsch nach Offenbarung herantreten, kann dieser Nektarfluss der göttlichen Liebe zu uns strömen. Srila Sridhara Maharaj sagt hierzu: "In dem Maß, wie wir Krishna im Guru suchen, in dem Maß wird Krishna sich uns durch den Guru offenbaren."

Es wird gesagt, dass es ein Vergehen ist, den Guru als gewöhnliche Person zu betrachten. Es ist ein Fehler, den man als bedingte Seele nur all zu leicht begeht, wenn man sich auf die relative, menschliche Seite des Gurus konzentriert. Irren ist menschlich. Daher wird man unweigerlich Unvollkommenheiten in der menschlichen Seite des Gurus finden. Man mag dadurch verwirrt werden und sogar zur Auffassung kommen, dass der Guru gar kein Guru sei. Dies ist jedoch ein großer Irrtum, der uns daran hindert, zum absoluten Aspekt des Gurus Kontakt aufzunehmen. Es wird der zwar hart klingende Begriff des Vergehens verwendet, aber er ist in diesem Zusammenhang nicht unangemessen. Die Berührung mit der Ausstrahlung Radharanis ist eine grundlose Barmherzigkeit und Barmherzigkeit bedeutet, dass man etwas bekommt, was man nicht verdient, ein Geschenk also. Und dieses höchste Geschenk der Aussicht auf und Verbindung mit dem Ursprung aller Liebe und dem Weg in unser wirkliches Zuhause ist so großartig und wird uns aus reiner Liebe geschenkt, dass jede Form der Zurückweisung Härte bedeutet. Daher der Begriff Vergehen.

Es wird in verschiedenen Zusammenhängen vom Fallen eines Guru gesprochen. Die Person Guru ist deswegen Guru, weil Guru-Tattva sie ausgewählt hat, um durch sie mit uns in Kontakt zu treten. Man sollte nicht glauben, dass die Anwesenheit und zeitweise Sichtbarkeit der menschlichen Seite des Guru ein Fallen seinerseits bedeutet. Dies wird in der Bhagavad Gita 9.30 bestätigt. Vom Fallen eines Guru kann nur dann gesprochen werden, wenn sich Guru-Tattva aus ihm zurückzieht. Dann wird die Person Guru von der menschlichen Seite übermannt und die aufrichtigen Seelen können durch sie nicht mehr mit Guru-Tattva in Verbindung treten.

Wo auch immer eine Transaktion von Shraddha, hingebungsvollem Dienst und Inspiration dazu stattfindet, wirkt Guru-Tattva. Daher manifestiert sich Guru-Tattva in so vielen verschiedenen Guru-Arten: Diksha-Guru, Shiksha-Guru, Vartma-Pradarsaka-Guru usw. Der Guru lehrt durch sein Beispiel und daher sehen die reinen Seelen in jedem Gottgeweihten einen Guru, die Anwesenheit von Guru-Tattva. Dies ist die höchste Sicht, Krishna überall und jederzeit wahrnehmen zu können. Wenn wir versuchen, diese Sichtweise zu gewinnen, werden wir sehr schnell spirituellen Fortschritt machen.

Sri Guru Gauranga Jayatah

Im Versuch, ein Diener zu werden...

Euer Pati
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