Copy
UNISON Newsletter | 09-13 | Hocheffektiv durch Nichtstun
View this email in your browser
In meinen stressigen Vor-Praxiseinweihungs-Alltag… platzte die These des Wissenschaftlers Andrew Smart wie ein frischer Sommerregen in eine dürre Hitzephase: Ein aktivitätengefülltes Berufs- und Privatleben schadet unserem Gehirn, Nichtstun dagegen fördert in hohem Maße unsere Innovationskraft und Effektivität. Fremdbestimmtem Multitasking setzt Smart entgegen, nicht mehr als ein oder zwei(!) Aktivitäten im Tag unterzubringen - und das bitteschön in selbstbestimmtem Rhythmus. Chronische Geschäftigkeit zerstört unsere Fähigkeiten zu Kreativität, Selbsterkenntnis, zu emotionalem Wohlbefinden sowie zu sozialem Handeln - ganz zu schweigen von der Schädigung unseres Herz-Kreislauf-Systems. Umgekehrt findet die größte Gehirnaktivität (komplexeste Vernetzung) dann statt, wenn wir Löcher in die Luft gucken (dazu habe ich mir dann gleich eine Übung des Monats ausgedacht) und wir unser Gehirn sich selbst überlassen. Im Ruhezustand ist das Gehirn am effektivsten, so Smart. In dieser Logik ist weniger zu tun der beste Weg, um mehr zu erreichen. 

An dieser Stelle geht es Ihnen womöglich wie mir und Sie denken jetzt: Das ist ja alles gut und schön, aber  wie ist das denn bitte umsetzbar im stressigen Alltag mit seinen Zwängen, ständig Ergebnisse vorzuweisen - Zwänge übrigens, die nicht nur von außen aufgezwungen, sondern zum Großteil auch von uns selber produziert sind! In seinem Buch über die Kunst und Wissenschaft, nichts zu tun (siehe Buch-Tipp des Monats, bis jetzt leider nur auf Englisch) führt Andrew Smart Zauderern wie Ihnen und mir einige harte neurowissenschaftliche Fakten über das Gehirn vor Augen:
  1. Das Gehirn ist, wie alle natürlichen Systeme, non-linear. Im Letzten ist also nicht vorhersagbar, welche (noch so große) Wirkung durch welche (noch so kleine) Ursache hervorgerufen werden kann. Und schon gar nicht funktioniert es nach dem Muster: Viel Input bringt viel Output. So behandeln wir unser Gehirn aber - gefangen in dem Hamsterrad, ständig noch mehr zu tun, um noch mehr zu erreichen...
  2. Das Gehirn ist selbstorganisierend. Selbstorganisation entsteht ganz von allein aus der inneren Dynamik eines Systems. Ein wie immer wohlgemeinter ordnender Eingriff von Außen könnte diese Dynamik sogar empfindlich stören. Nervenzellen unterschiedlicher Hirnregionen kommunizieren spontan miteinander, ohne dass es äußerer Anreize bedürfte. Mit anderen Worten: Unser Gehirn kann auch ohne unsere ständige Einmischung  denken. Doch geben wir ihm eine Chance, das für uns zu tun?     
  3. Es gibt ein feines Gleichgewicht im Gehirn zwischen der Fähigkeit einzelner Nervenzellen, hochindividuell und flexibel auf Umweltreize zu reagieren und der Notwendigkeit eines Gleichklangs, damit zwischen den Nervenzellen überhaupt Kommunikation stattfinden kann. Wenn wir unser Gehirn ständig überstimulieren, gefährden wir diese Balance und legen es selber lahm. Wir erreichen also genau das Gegenteil jener Effektivität, die wir anstreben.
Was also tun... wenn ihr Arbeitgeber nicht zufällig eine Offenheit für neurowissenschaftliche Feinheiten besitzt und diese Argumente ihn wenig überzeugen, mehr Leerlaufzeiten in Ihren Arbeitsalltag einzubauen? Dann bleibt die Frage: Wie kann ICH SELBST mein Arbeits- und Berufsleben so organisieren,  dass darin "geplante aktivitätsfreie Zeiten" vorkommen?  Zeiten des Nichtstuns von einer Stunde bis zu einem ganzen Tag kann ich zum Beispiel als feste Verabredung mit mir selbst in meinen Terminkalender eintragen - bei mir steht dann dort  immer "Freispiel".
Für den kurzen Boxenstopp während des Tages (am Besten alle anderthalb Stunden) empfehle ich die "Zapchen"-Übungen der amerikanischen Körpertherapeutin Julie Henderson (siehe der zweite Buch-Tipp des Monats), die übrigens schon seit Jahrzehnten sagt, dass körperliches Sich-Wohlfühlen die Basis für alle echte Veränderung ist. Mit spielerischen Übungen wie "Gähnen" oder "Nickerchen" geschieht Selbstfürsorge auf freudvolle Weise, und Julies Empfehlungen für's Üben lassen sich auch als eine Gebrauchsanweisung für ein "gehirnfreundliches Leben" lesen:

  • Wenn Du Dich gegen eine Übung (sprich: Arbeit) sträubst, mache sie nicht (nicht jetzt gleich).
  • Wenn Du Dich trotzdem entscheidest, sie zu machen, gib erst Deinen Vorbehalten Ausdruck. Das heißt: verweigere Dich, jammere, stöhne und ächze, bevor Du anfängst.
  • Wenn Du Dich anspannen musst, um mit der Übung fortzufahren, HÖRE AUF (zumindest für diesen Moment).
  • Wenn Du weniger atmest, um weiter zu machen, HÖRE AUF (und atme weiter!).
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen mit ein paar "Time-out statt Burn-out"-Zwischenspielen aus meiner letzten Nichtstuer-Zeit  (http://www.youtube.com/user/thexiamia/videos) viel Freude beim "Löcher in die Luft gucken" und einen entspannten Frühherbst. 

Herzlichst, Ihre Alexia Meyer-Kahlen
Übung des Monats: 

NICHTSTUN ist das beste Gegenmittel, was stressbelastete Menschen (und das ist  in Deutschland mittlerweile fast jeder Dritte) für sich anwenden können. Durch diese Übung lernen wir, das Hamsterrad immer wieder zu unterbrechen, nach Bedarf und Belieben kurzzeitig "auszusteigen" und unser Gehirn zu entspannen. 

Ich nenne die Übung des Monats  "Löcher in die Luft gucken", und sie lässt sich prima in jeden noch so stressreichen Alltag einbauen :

Recke und strecke Dich ausgiebig und gähne. Atme mit einem tiefen Ahhhhhhh alles aus, was in Deinem Kopf an angeblich so "Dringendem" und "Wichtigem" herumschwirrt.

Dann rücke Deinen Stuhl in die Nähe eines Fensters und lehne Dich bequem zurück . Du kannst alternativ auch Deine Ellenbogen auf die Fensterbank stützen und den Kopf in die in den Händen ablegen.

Lasse Deinen Blick aus dem Fenster schweifen... vielleicht in den Himmel auf das Ziehen der Wolken..., vielleicht in einen Baum auf das Spiel der Blätter im Wind..., vielleicht auf das Perlen der Regentropfen entlang der Scheibe... oder auf eine andere Szenerie, die Dich erfreut. Wichtig ist, dass die Bilder nicht zu aufregend sind, eher monoton, und Du sie im dösigen Dämmerzustand betrachten kannst.

Denke an nichts Bestimmtes, lasse deine Gedanken schweifen, ohne sie zu verfolgen. Lasse sie vorüberziehen als wären sie selbst Wolken am makellosen Blau des Himmels. 

Träume und döse für zwei Minuten... oder fünf oder zehn. 

Dann richte Dich auf, strecke Dich wie nach einem erholsamen Schlaf, reibe die Handflächen für eine Minute gegeneinander, um Dich wieder ganz wach zu machen. 

Du kannst diese Übung so oft wiederholen, wie Du magst oder wie Du es brauchst. Dein Körper und Geist werden sich daran gewöhnen, in diesen Kurzpausen aufzutanken und sich zu regenerieren.

Und vielleicht blitzt Dir beim Zurückkommen sogar plötzlich die Lösung für das Problem in den Sinn, mit dem Du Dich vor der Übung erfolglos herumgeschlagen hast...
Was war? Sie ist eröffnet!
Am Sonntag den 1.9. ab 14 Uhr ist es geschehen: die UNISON Praxis für Einklang wurde eröffnet mit... Einweihungssegen von Pfarrer Stefan Kümpel, Playing Arts Performance von Annegret Zander, gesprochenem Wort von mir und meiner Praxiskollegin Marjatta Dehm, Harfenmusik von Karin Kurtz, reichlich Sekt, Saft und Selters, spannenden Leuten, Lachen und viel Lob! 
In Kürze mehr schöne Fotos vom Ereignis auf der UNISON website und auf der UNISON facebook Seite!

Was kommt? Meine Tür bleibt offen!
Am Sonntag den 8.9. zwischen 10 und 19 Uhr lade ich ein zu Kost-Proben meiner Arbeit: 
Eine 15-Minuten Meditation. Ein 15 Minuten Atelier. Eine 15 Minuten Navigation. Eine 15 Minuten BeSINNung. Auf den Geschmack gekommen? 
Es gibt noch freie Plätze... Reservierung per Telefon, email oder facebook!

Für Kurzentschlossene im September:

+++ ab 12.9. vierwöchige Achtsamkeits-Basisgruppe +++ 14.9. Kreativitäts-Workshop "Schreiben im Fluss" +++ 24.9. der erste Philosophische Salon zum Thema "Wie soll ich leben?" +++  

Mein Bonbon zur Praxis-Einführung: das "Bring a friend"-Angebot!
Zu zweit zu einer Veranstaltung kommen und der zweite Teilnehmer zahlt die Hälfte.
einklang im Oktober
  • 1.10.: Wie sollen wir zusammen leben? Philosophischer Salon
  • 12.10.: Tönen aus der Mitte - Workshop-Serie Schöpferischer Selbstausdruck Teil II
  • ab 31.10.: Achtsame Selbstwahrnehmung - Basis-Monatsgruppen für Erwachsene und für Kinder ab 12 
  • ab 31.10.: Ressourcenorientierte Selbstfürsorge - Aufbau-Monatsgruppen für Erwachsene und füt Kinder ab 12 
Infos und Anmeldung http://www.uni-son.de
Buch-Tipp des Monats: 

FÜR FREUNDE NEUROPHYSIOLOGISCHER FEINHEITEN:
Andrew Smart: "Autopilot: The Art and Science of Doing Nothing", OR Books New York and London 2013
FÜR DIEJENIGEN, DIE NICHTSTUN EINFACH NUR ÜBEN WOLLEN:
Julie Henderson: "Embodying Well-Being oder Wie man sich trotz allem wohlfühlen kann", AJZ-Verlag Bielefeld 2010

Mehr Lesen? Mit einem Klick zu "meinklang" - dem UNISON-Blog für Achtsamkeit, Ressourcen, Kreativität, Potenziale, Wachstum, Sinn, Leben!
Ein "P.S." in eigener Sache...
Liebe Leserin, lieber Leser. Dieser Newsletter ist für Dich gemacht. Darum interessiert mich, was an meinem Newsletter Dich interessiert:
Informationen zu bestimmten Themen? Persönliches? Photos? Videos? Audios? Übungen? Buchtipps? Links? Aktuelle Termine? Etwas, woran ich noch gar nicht gedacht habe?
Wovon willst Du mehr? Wovon willst Du weniger? Ich freue mich über Dein Feedback... per e-mail, facebook, twitter und was Dir sonst noch so einfällt. Danke! 
Impressum
Dr. phil. Alexia Meyer-Kahlen M.F.A.
UNISON Praxis für Einklang
Heinrich-Mahla-Str.14, 63571 Gelnhausen
06051-4959387; info@uni-son.de; 

http://www.uni-son.de

Wenn Sie den UNISON Newsletter nicht mehr lesen möchten... fühlen Sie sich bitte frei, ihn abzubestellen! (unsubscribe from this list)
Wenn Sie den UNISON Newsletter GERNE lesen... freue ich mich übers Weiterempfehlen an Interessierte (Forward to friend) und über Ihr Feedback und Gezwitscher zu dieser Ausgabe:
info@uni-son.de
http://www.facebook.com/amk.unison
http://www.twitter.com/UNISONeinklang



Share
Tweet
Forward to Friend
Copyright © 2013 unison|. All rights reserved.

unsubscribe from this list    update subscription preferences 



Copyright © 2013 unison Praxis für Einklang, All rights reserved.


unsubscribe from this list    update subscription preferences 

Email Marketing Powered by Mailchimp