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UNISON Newsletter | 15-07 | Vertrauen ins Leben
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Neulich auf facebook... sah ich einen Post, auf dem ein großes, schwarzes Pferd regungslos dastand, weil es festgebunden war an einem kleinen blauen Plastikstühlchen. Unterschrieben war das Bild mit den Worten: Sometimes the thing that is holding you back is all in your head. Manchmal ist das, was dich zurückhält, nur in deinem Kopf.

Mir sind der Spruch und das Bild nachgegangen. Denn für mich stehen gerade einige "riskante" Entscheidungen und Schritte an, die mich mit genau den "Ja, abers" in meinem Kopf konfrontieren, die mich zurückhalten wollen. Und zugleich darf ich gerade Erfahrungen machen, in denen Neues mit einer so ungeheuren Leichtigkeit in mein Leben gerollt kommt, dass ich gar nicht anders kann, als tief in das Leben und seinen Gang zu vertrauen.

Doch wie findet man hinein in diese tiefe Ebene von Vertrauen? Wichtig scheint mir, dass es nicht ein Vertrauen in bestimmte Ergebnisse ist, denn eine solche "Gewissheit" kann es in den komplexen Bewegungen des Lebensflusses nicht geben. Es kommt - gottseidank - immer anders als man denkt oder es gerne hätte.

Worin dann also vertraue ich? In den Gang der Dinge, möchte ich sagen. Darin, dass es immer einen nächsten Schritt gibt, auch wenn ich ihn gerade nicht erkennen kann. Und dass ich immer in der Lage sein werde, diesen Schritt auch zu gehen.

Ich hatte mal einen psychotherapeutischen Ausbilder, der als Hobby das Wildwasser fahren betrieb. Oft nutze er seine Erlebnisse, um uns zu verdeutlichen, dass wir nie mehr als diesen Moment haben, um Entscheidungen zu treffen und zu handeln. Im Wildwasser gibt es kein "vorhin" oder "später". Wer so denkt, wird "gewaschen". Es gibt nur die radikale Konzentration auf genau die Situation, in der ich mich hier und jetzt befinde. Und genau in diesem radikalen Hier und Jetzt liegt immer auch die Lösung.

So erfahre ich es in meinen psychotherapeutischen Sitzungen mit Klienten, wie auch in der Arbeit mit den Pferden. Einzig dieser Moment schenkt die Lösung, darauf kann ich mich unbedingt verlassen. Und mehr muss ich gar nicht wissen, denn Moment reiht sich an Moment wie eine Perlenkette. So werden wir sicher durch die Stromschnellen des Lebens getragen, ähnlich wie das Kanu auf dem Wildwasser getragen wird - wenn der Fahrer aufmerksam auf das Wasser hört.
 


Manchmal ist das,
was dich zurückhält,
nur in deinem Kopf.
Eine gute Übung ist es, erst einmal alle "Ja abers" aufzuschreiben - also all die Dinge, die in meinem Kopf herumspuken und mir weismachen wollen, dass es viel zu riskant ist, einen bestimmten Schritt zu gehen.
Und mich sodann ganz in die Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments einzulassen. Das beste Tor dazu ist der Körper. Denn der Körper mit seinen fünf Sinnen ist immer im Hier und jetzt.
  • Konkret kann ich mich zunächst auf einen Sinn konzentrieren, indem ich etwa einen Punkt irgendwo in meinem Gesichtsfeld mit weichen Augen fokussiere.
  • Und dann einen zweiten Sinn dazu nehmen, indem ich zum Beispiel in den Kontakt meines Körpers zum Boden bzw. zur Sitzunterlage hineinspüre. Oder in meine ineinander verschränkten Hände.
  • Und schließlich einen dritten Sinn dazu nehmen, wie zum Beispiel auf die Geräusche zu lauschen, die mich umgeben. Oder mich auf das Geschmacksempfinden auf meiner Zunge auszurichten.
Welche drei Sinne ich nacheinander fokussiere, liegt ganz bei mir. Hier kann ich ausprobieren, welche "Drei-Sinnes-Kombination" mich am Besten in die lebendige Gegenwart des Hier und Jetzt bringt. 
Ich kann Ihnen versprechen, dass durch diese Übung der Geist - egal mit welcher Kombination - auf mühelose Weise in der lebendigen Gegenwart des Hier und Jetzt gehalten wird. Am Anfang vielleicht nur für zehn Sekunden, später für eine Minute oder für fünf. 

Wenn ich dann nach einem solchen Verweilen im gegenwärtigen Moment wieder einen Blick auf meine "Ja aber"-Liste werfe, kann es sein, dass ich sehr erstaunt bin. All die gewichtigen Dinge, die meine "riskante" Entscheidung vorher scheinbar vollkommen blockieren konnten, sind plötzlich bedeutungslos geworden oder zumindest geschrumpft auf eine gut zu bewältigende Größe.

So finde ich zurück in die einzig angemessene Perspektive dem Leben gegenüber: Vertrauen. 
 
Herzlichst, 
Ihre Alexia Meyer-Kahlen
Zum VORMERKEN und WEITERSAGEN: Der nächste Tag der offenen Tür zu Stressbewältigung und Burnout-Prävention findet statt am 25. Juli um 14 Uhr. Mehr Info... 
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Die nächste Basisgruppe Achtsamkeit beginnt ab Samstag, den 1. 8.: Fünf Treffen am Samstag Nachmittag jeweils von 15 bis 18 Uhr, in denen wir lernen, Körper und Geist ohne Bewertung wahrzunehmen und so zu mehr Präsenz im Hier und Jetzt zu finden.  
Die nächsten Vertiefungsabende Achtsamkeit & Selbstfürsorge findet am Freitag, den 24.7. von 18-20.30 Uhr statt. Wie immer mit Ressourcium!  

 
Impressum
Dr. phil. Alexia Meyer-Kahlen M.F.A.
UNISON Praxis für Einklang
Heinrich-Mahla-Str.14, 63571 Gelnhausen
06051-4959387; info@uni-son.de 
http://www.uni-son.de

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