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UNISON Newsletter | 15-06 | Freiheit
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Die einzige Freiheit, die wir als Mensch haben,
liegt darin, wie wir den Dingen begegnen, die uns begegnen.


Das klingt erst mal ganz schön, aber wenn man diesen Satz wirklich beim Wort nimmt, ist er ungeheuer anspruchsvoll. 

Jede zweite Werbung operiert heute mit dem Begriff oder Bild von Freiheit, suggeriert uns unendliche Möglichkeiten eines Konsums, durch den wir uns frei fühlen sollen. Ich fühle mich frei (besser noch: ich bin frei), wenn ich eine bestimmte Zigarette rauche, ein bestimmtes Auto fahre, einen bestimmten Alkohol trinke, eine bestimmte Klamotte trage, etc. etc.

Und natürlich gibt es die "weiterentwickelten" Menschen, die das durchschauen ("Nein, auf sowas falle ich doch nicht rein"); die fühlen sich dann frei, wenn sie auf irgendeinem Berg sitzen (den sie vorher natürlich mühsam erklommen haben) oder stundenlang meditierend in irgendeinem spirituellen Retreat hocken. Ich will mich hier keinesfalls über solche Wege lustig machen, der eigenen Freiheit auf die Spur zu kommen, dafür habe ich derlei selbst zu lange praktiziert.

Doch zurück zu dem obigen Satz. Er behauptet, dass wir gar nicht so frei sind, wie wir das immer meinen. Egal ob wir gerade mit unserem Cabrio durch die Gegend düsen oder am Rockzipfel unserer eigenen Erleuchtung hängen - Wir sind nicht frei! 
Das ist erstmal eine Bombe für unser autonomes Selbstgefühl. Sind wir wirklich nicht frei?

Wir sind nicht frei, außer in unserer BEWUSSTEN Reaktion auf das, was uns begegnet. Was heißt das?

Das heißt, erstmal anzuerkennen, dass wir nicht die Kontrolle darüber haben, was uns widerfährt. Auch wenn wir "alles richtig machen" (also uns gesund ernähren, Sport treiben, die richtigen Leute kennen oder Bücher lesen und jedes Jahr eine Rückzahlung vom Finanzamt bekommen) kann es uns treffen. Krebs. Autounfall. Burnout.
Wahlweise das Gleiche beim Partner oder im engeren Familienkreis. Und schon ist sie hin, unsere kostbare Freiheit, die wir so sicher im Gepäck wähnten.
Oder doch nicht?
Photo: Rachel Jackson
Was bleibt, was IMMER bleibt, ist meine Freiheit, wie ich damit umgehe, wenn passiert, was eben so im Leben passiert.  

Natürlich will diese Freiheit vorher wohl eingeübt sein, sonst werde ich im Angesicht der großen und kleinen Tragödien meines Lebens immer nur reaktiv sein können. Das heißt, ich werde nicht anders als aus alten Mustern von Angst, Wut und anderen Verletzlichkeiten reagieren können.

Bewusstheit zu erlangen ist ein langer Weg. Ob ich nun Achtsamkeit praktiziere oder mich auf eine andere meditative Praxis einlasse - es ist ein Weg, der lohnt. Weil er echte Freiheit schenkt.
Und dann kann mir vielleicht eines Tages eine Unerschütterlichkeit erfahrbar werden, die Lao Tse im 20. Kapitel des Tao te King so beschreibt:

20. Von der Freiheit
Gib das Wissen auf. Sei ohne Angst.
Gibt es einen Unterschied zwischen Ja und Nein? Gibt es einen Unterschied zwischen Gut und Böse? Muss ich fürchten, was alle fürchten? Welch ein Unsinn!
Die Masse freut sich am Tieropfer und im Frühling am Besteigen der Berge. Ich allein bleibe still, ohne Schicksal, wie ein neugeborenes Kind, wie einer ohne Heimat.
Andere besitzen in Fülle, mich erfüllt Besitzlosigkeit, ich bin wie ein Narr, verloren und verwirrt.
Andere scheinen hell und klar, ich scheine dunkel und trübe.
Andere scheinen klug und erleuchtet, ich scheine dumm und umnachtet, schwankend wie das Meer, haltlos wie der Wind.
Andere sind geschäftig, ich bin fern wie ein Einsiedler.
Ich bin anders als die andern, mich ernährt die Große Mutter.

 
Herzlichst, 
Ihre Alexia Meyer-Kahlen
Zum VORMERKEN und WEITERSAGEN: Der nächste Tag der offenen Tür zu Stressbewältigung und Burnout-Prävention findet statt am 25. Juli um 14 Uhr. Mehr Info... 
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Die nächste Basisgruppe Achtsamkeit beginnt ab Samstag, den 1. 8.: Fünf Treffen am Samstag Nachmittag jeweils von 15 bis 18 Uhr, in denen wir lernen, Körper und Geist ohne Bewertung wahrzunehmen und so zu mehr Bewusstheit und innerer Ruhe zu finden.  
Die nächsten Vertiefungsabende Achtsamkeit & Selbstfürsorge finden am Freitag, den 19.06. und 24.7. jeweils von 18-20.30 Uhr statt. Wie immer mit Ressourcium!  

 
Impressum
Dr. phil. Alexia Meyer-Kahlen M.F.A.
UNISON Praxis für Einklang
Heinrich-Mahla-Str.14, 63571 Gelnhausen
06051-4959387; info@uni-son.de 
http://www.uni-son.de

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