11. Karlsruher Stadtbienenbrief
 
View this email in your browser
Rückblick

Im letzten Jahr ist bei den Karlsruher Stadtbienen einiges passiert.

Im Frühsommer standen teilweise sieben Völker am Stand, vier davon waren junge Ableger. Die Völker haben sich fast alle gut entwickelt, nur eins der Ablegervölkchen ist trotz intensivem Füttern und Pflegen schon im August eingegangen. Sicher war auch für die Bienen das wechselhafte Wetter im ersten Halbjahr anstrengend. Anfang April gab es schon sommerliche 20°C, zwei Wochen später kam nochmal der Winter vorbei. Danach folgten viele Unwetter und ein sehr nasser Juni, so dass oft kein "Ausflug" für die Bienen möglich war. Erst der trocken-heiße August bedeutete wieder Flugwetter bei dem die Wasserbecken im Botanischen Garten gute Dienste geleistet haben. 
Karlsruher Stadtbienen.
Honigernte #2

Ein großes Danke geht an die vielen helfenden Hände, die bei der zweiten Honigernte dabei waren:
  • Zunächst müssen die Bienenstöcke "abgeräumt" werden, d.h. die Honigwaben werden aus den Kästen entnommen und möglichst ohne Bienen in den Transportkasten gehängt.
  • Im Schleuderraum hebt man zunächst die Wachsdeckel von den gefüllten Honigwaben und hängt sie in die Schleuder. Im Imkerverein steht nur eine Handschleuder mit Kurbelantrieb zur Verfügung, so dass ordentlich Muskelkraft gebraucht wird. Jede Wabe muss gedreht werden, damit der Honig aus beiden Wabenseiten ausgeschleudert werden kann.
  • Danach füllt man den Honig durch ein Doppelsieb in Honigeimer.
Beim Schleudern riecht es wunderbar nach aromatischem Honig, den man zum Beispiel durch Kauen des Entdeckelungswachses sofort genießen kann. Fast der aufwendigste Schritt kommt ganz am Schluss: das Putzen! 
Honigwaben abräumen.
Entdeckeln.
Erste Wabe in der Schleuder.
Ausblick?

Ob es dieses Jahr noch Honig von den Karlsruher Stadtbienen gibt, ist nicht sicher. Im letzten Herbst habe ich nur drei Völker eingewintert. Alle anderen sind eingegangen oder waren zu schwach für eine Überwinterung. Falls keines der drei überlebt hat, wird es wahrscheinlich erst mal eine Pause bei den Karlsruher Stadtbienen geben.

Oft werde ich nach den Gründen für das Völkersterben gefragt, das ist schwierig zu beantworten. Zunächst sind die Völker von vornherein sehr verschieden und manche verkraften Belastungen besser als andere. Wie jedes Jahr waren auch diesmal Wespen und Hornissen bis in den November ständig auf Futtersuche am Bienenstand. Starke und gesunde Bienenvölker können sich gegen Wespen verteidigen, allerdings sind Bienen bei niedrigen Temperaturen nicht mehr so agil wie Wespen. Zudem gab es außerordentlich viele Wespen, sogar um geschlossene Kästen flogen oft mehrere Dutzend. Tote Wespen in den Böden der eingegangenen Völker zeigen, dass die Bienen auch versucht haben sich zu verteidigen. Sicherlich spielt neben vielen weiteren Faktoren auch der Befall durch die Varroamilbe eine Rolle.
 
Totenfall.
9 Wespen am geschlossen Kasten.
Wachslicht

Im Winter ist Zeit für alle möglichen Wachsarbeiten. Die alten Waben werden ausgeschmolzen, anschließend wird das Wachs geklärt, um daraus neue Mittelwände zu gießen. Diesmal haben wir aus einem kleinen Teil des Wachses filigrane Windlichter gebastelt.
Copyright © 2017 Mira Maniyar


aus dem Verteiler austragen    Einstellungen aktualisieren 

Email Marketing Powered by Mailchimp