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STERNE AKTUELL - Der Newsletter der DEHOGA Deutschen Hotelklassifizierung © 2016
01 Irreführende Werbung mit Hotelsternen auf Buchungsportal hotel.de untersagt – Wettbewerbszentrale auch in zweiter Instanz erfolgreich
02 EU-Generalanwalt hält WLAN-Störerhaftung in Deutschland für rechtswidrig
03 Melderecht - Komplett digitaler Check-in im Hotel in weiter Ferne
04 Hospitality HR Award zeichnet zum vierten Mal nachhaltiges HR-Management aus - Vorbildliche Hotellerie-Arbeitgeber und Dream-Teams gesucht
05 Studentische Umfrage zum Frühstück in der Hotellerie

01 Irreführende Werbung mit Hotelsternen auf Buchungsportal hotel.de untersagt – Wettbewerbszentrale auch in zweiter Instanz erfolgreich

Die Wettbewerbszentrale hatte die Werbung mit 5-zackigen Sternesymbolen als irreführend beanstandet, da diese nicht auf einer Überprüfung durch eine neutrale Stelle anhand objektiver Kriterien, insbesondere nach Maßgabe der Deutschen Hotelklassifizierung, beruhte.
In einem von der Wettbewerbszentrale geführten Verfahren gegen die Betreiberin der Plattform hotel.de hat das OLG Nürnberg mit Urteil vom 19.04.2016 (Az. 3 U 1974/15; Revision nicht zugelassen) die erstinstanzliche Untersagung der Werbung für Hotelbetriebe unter Angabe von Sternesymbolen im Buchungsportal „hotel.de“ bestätigt (Vorinstanz LG Nürnberg-Fürth, Urteil vom 21.08.2015, Az. 4 HK O 6806/14). Die Wettbewerbszentrale hat sich damit auch in zweiter Instanz gegen die Betreiberin der Buchungsplattform für Hotels durchgesetzt.
Die Wettbewerbszentrale hatte die Werbung mit 5-zackigen Sternesymbolen als irreführend beanstandet, da diese nicht auf einer Überprüfung durch eine neutrale Stelle anhand objektiver Kriterien, insbesondere nach Maßgabe der Deutschen Hotelklassifizierung, beruhte.

Das OLG Nürnberg gab der Wettbewerbszentrale Recht und begründete seine Entscheidung damit, dass das Publikum bei einer Sterne-Werbung für einen Hotelbetrieb eine Überprüfung durch eine neutrale unabhängige Stelle anhand objektiver Merkmale erwarte. Beruhe die Sterne-Angabe dagegen auf einer Selbsteinschätzung des Hotels sowie Kundenerfahrungen und werde dies nicht klar und eindeutig kommuniziert, sei die Werbung für den Verbraucher irreführend.

„Wir begrüßen diese Entscheidung“, so Hans-Frieder Schönheit, Mitglied der Geschäftsführung der Wettbewerbszentrale in einer ersten Bewertung des Urteils. „Wer mit Sternesymbolen für Hotelbetriebe wirbt, muss gewährleisten, dass der Werbung eine Überprüfung anhand objektiver Kriterien durch eine neutrale Stelle zugrunde liegt. Ist dies nicht der Fall, muss dies deutlich und unmissverständlich kommuniziert werden, da ansonsten der Nutzer des Portals über die Basis des Sterne-Testates getäuscht wird“, so Schönheit weiter. Eine Revision gegen das Urteil hat das OLG Nürnberg nicht zugelassen.

02 EU-Generalanwalt hält WLAN-Störerhaftung in Deutschland für rechtswidrig

Mit Beschluss vom 18. September 2014 hat das Landgericht München I im Rahmen eines Vorabentscheidungsverfahrens dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) insgesamt neun Fragen zum Anwendungsbereich und zu den Haftungsprivilegien nach den §§ 8 – 10 TMG bzw. der E-Commerce-Richtlinie vorgelegt, die im Zusammenhang mit dem Betrieb von offenen WLAN-Netzen stehen.
In seinem Schlussantrag argumentiert nun Maciej Szpunar, Generalanwalt beim Europäischen Gerichtshof, gegen die Störerhaftung für Anbieter kostenloser offener WLAN-Netze. Die Pflicht zur Unterbindung von Rechtsverletzungen bedeute seiner Einschätzung nach zu große Einschränkungen. Ein Unternehmer, der der Öffentlichkeit ein WLAN kostenlos zur Verfügung stellt, sei nicht für Urheberrechtsverletzungen eines Nutzers verantwortlich.

Der deutschen Bundesregierung fällt es weiterhin schwer, sich von der überholten und in Europa einzigartigen Störerhaftung für öffentliche WLAN-Betreiber zu verabschieden. Das wurde zuletzt Mitte Dezember in der Anhörung des Wirtschaftsausschusses zum Entwurf des Telemediengesetzes deutlich.
Für die Hotellerie in Deutschland wäre es daher ein Befreiungsschlag, wenn sich die Richter des EuGH in ihrem noch ausstehenden Urteil der Rechtsauffassung des EU-Generalanwalts – wie meistens – anschließen sollten.

Aber auch auf Seiten der Bundesregierung scheint nun Bewegung in die bisherige Positionierung zu kommen. So positionierte sich der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt (CSU), in der gestrigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eindeutig pro flächendeckendem freien WLAN in Deutschland und damit gegen die bisherige Linie der Bundesregierung und vor allem Teilen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

03 Melderecht - Komplett digitaler Check-in im Hotel in weiter Ferne

Insbesondere die Grünen drängten und drängen auf eine weitere Digitalisierung des Meldeprozesses.
Am 27. April hat der Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages über Digitalisierungs-Optionen beraten. Insbesondere die Abgeordneten der Opposition warfen die Frage auf, "aus welchen Gründen in Deutschland von der Möglichkeit einer elektronischen Unterschrift für Meldescheine in Beherbergungsbetrieben abgesehen worden ist".

Insbesondere die Grünen drängten und drängen auf eine weitere Digitalisierung des Meldeprozesses. Ihr Obmann Markus Tressel fragte, welchen Sicherheitsvorsprung man durch eine eigenhändige Unterschrift gewinne.
Schließlich wurde das Melderecht mit dem Inkrafttreten des Bundesmeldegesetzes zum 1. November 2015 neu geregelt. Allerdings sei eine weiter reichende Regelung, die auch die Unterschrift durch eine digitale Nachbildung ersetzen würde, europarechtswidrig. Schon die derzeitige Vereinfachung des Melderechts, die ein Vorausfallen ermögliche, sei eine äußerst großzügige Auslegung des Schengener Durchführungsübereinkommens, das auch diese Fragen regele, so die Vertreterin des Bundesministeriums des Innern Gabriele Eisel.
Dieser Einwand wurde auch der SPD-Abgeordneten Gabriele Hiller-Ohm vorgehalten, die auf die gesetzliche Regelung in Österreich hinwies. Dort kann der Check-in elektronisch durchgeführt werden.
Insgesamt, so Frau Eisel, sei die derzeitige Regelung ein „guter Kompromiss zwischen dem Interesse des Hotelgewerbes an der Entbürokratisierung und dem Interesse der Polizei an einem Mittel der Strafverfolgung und Gefahrenabwehr“.

Damit hat der Tourismusausschuss die Rechtslage bestätigt, die DEHOGA und Hotelverband Deutschland (IHA) immer wieder darstellten. Eine vollständige Digitalisierung des Meldeprozesses scheitert nicht nur an europarechtlichen Vorschriften, sondern auch an dem derzeit vorherrschenden Sicherheitsbedürfnis in Europa. Was jetzt zählt, ist die Durchsetzung melderechtlicher Vorgaben auch in gewerblichen Angeboten der „Sharing“ Economy, die sich von vielen bürokratischen Vorgaben freizeichnet.

04 Hospitality HR Award zeichnet zum vierten Mal nachhaltiges HR-Management aus - Vorbildliche Hotellerie-Arbeitgeber und Dream-Teams gesucht

Die Deutsche Hotelakademie (DHA) und das Fachmagazin first class zeichnen auch 2016 wieder mitarbeiterorientierte Konzepte im Human Resources (HR) Management der Hotellerie aus.
Die Deutsche Hotelakademie (DHA) und das Fachmagazin first class zeichnen auch 2016 wieder mitarbeiterorientierte Konzepte im Human Resources (HR) Management der Hotellerie aus. Der Preis ehrt vorbildliche Arbeitgeber und zeigt zugleich Wege aus dem Fachkräftemangel auf. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2016.
Der Fachkräftemangel stellt die Branche vor eine ihrer größten Herausforderungen. Demographischer Wandel, die Generation Y mit ihren eigenen Erwartungen an Work-Life-Balance und Sinnorientierung sowie die zunehmende Digitalisierung zwingen die Hotellerie seit einigen Jahren zum Umdenken.

„Im sogenannten War for Talents können sich nur die Unternehmen auf Dauer behaupten, die auf ein erfolgreiches Recruiting und die gezielte Entwicklung und Förderung ihrer Mitarbeiter setzen. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Entwicklungsperspektiven aufzeigen und ein attraktives Arbeitsumfeld schaffen, sind erfolgreicher“, erklärt Merle Losem, Geschäftsführerin der Deutschen Hotelakademie (DHA). Wie zeitgemäße und mitarbeiterorientierte HR-Konzepte aussehen, zeigt der Hospitality HR Award und zeichnet die besten HR-Konzepte unter dem Motto „Menschen – Zukunft - Hotel aus“, in 2016 bereits zum vierten Mal.

Gesucht werden neue Wege und Ansätze im HR-Management aus dem gesamten deutschsprachigen Raum – von der Einzelidee bis hin zur umfassenden HR-Strategie. Bewerben können sich Hoteldirektionen und Personalabteilungen; eine Fachjury wählt die jeweils besten Konzepte in den Kategorien Recruiting und Personalmarketing, Mitarbeiterbindung, Personalentwicklung, HR-Gesamtstrategie Hotelketten und -kooperationen aus. Zum ersten Mal wird in der Geschichte der Hospitality HR Awards das „Hospitality Team des Jahres“ gewählt. Hierfür können sich Teams mit einem besonderen Teamgeist aus allen Bereichen der Hotellerie zur Wahl stellen. Das Publikum entscheidet via Online-Voting nach Ablauf der Bewerbungsfrist über das Dream-Team 2016.
Weitergehende Informationen zum Award, zu den Teilnahmebedingungen sowie einen Bewerbungsbogen finden Interessierte im Internet unter www.hospitality-award.de.

05  Studentische Umfrage zum Frühstück in der Hotellerie

Wir bitten um Ihre tatkräftige Unterstützung einer studentischen Umfrage der Hochschule Heilbronn.
Obwohl das Frühstück für viele Gäste die wichtigste Mahlzeit im Hotel ist, existiert zu diesem Thema bisher nur wenig Fachliteratur. Daher bitten wir um Ihre tatkräftige Unterstützung einer studentischen Umfrage der Hochschule Heilbronn. Die Beantwortung des Online-Fragebogens dauert nur wenige Minuten.
Ziel der Studie ist es, die Anforderungen der Gäste an das Frühstück im Hotel mit den tatsächlichen Angeboten der Hotels zu vergleichen. Eine Auswertung der Ergebnisse stellen wir Ihnen in einem der nächsten Newsletter zur Verfügung.
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