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STERNE AKTUELL - Der Newsletter der Deutschen Hotelklassifizierung © 2014

Sterne aktuell  l  Ausgabe 05/2014

1. UNWTO: Hotelsterne und Bewertungen ergänzen sich
2. HOTREC: Fairere Praktiken im Online-Vertrieb
3. Berliner Bezirke dürfen doch nach Ferienwohnungen im Internet suchen
4. Internationales Normungsvorhaben „Online Reputation“ gestartet
5. EU-Kommission prüft Beschwerde gegen Jugendherbergen
6. Kölner Hotelier gibt Obdachlosen Hoffnung
7. Wachstumsschub für Reisebranche vorhergesagt

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wie bereits im Newsletter 03 / 2014 angekündigt, werden die Sterne der Deutschen Hotelklassifizierung ab dem 01. Januar 2015 in neuem Glanz erstrahlen. Ein gutes Jahr arbeitete der Ausschuss Hotelklassifizierung in Kooperation mit der Hotelstars Union an der Fortschreibung des aktuellen Regelwerks. Die Basis dieses Prozesses bildeten auch Ihre Rückäußerungen und Probeläufe, für die wir Ihnen an dieser Stelle noch einmal herzlich danken möchten!

Der fortgeschriebene Kriterienkatalog steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

UNWTO: HOTELSTERNE UND BEWERTUNGEN ERGÄNZEN SICH

Wer Klassifizierung und Bewertungen verknüpft, wird mehr Buchungen erzielen.
 
Hotelklassifizierungssysteme und Gästebewertungen ergänzen einander und wirken sich so positiv für den Hotelier aus. Ihre Integration hilft Vertrauen zu stärken und die Lücke zwischen Erfahrungen und Erwartungen zu schließen. Das geht aus einer Studie mit dem Titel „Online Guest Reviews and Hotel Classification System – An Integrated Approach“ hervor, die von der Welt Tourismus Organisation (UNWTO) und von Norwegian Accreditation, einer Agentur des Ministeriums für Handel, Industrie und Fischerei von Norwegen, gemeinsam erarbeitet wurde.

Die Studie legt dar, dass der durchschnittliche Internetnutzer rund 14 verschiedene Websites besucht, jede davon dreimal, und neun reisebezogene Anfragen bei Suchmaschinen während seiner Reiseplanungen unternimmt. Um das große Angebot an Hotels zu filtern, verwendet der Nutzer bevorzugt offizielle Hotelklassifizierungssysteme. Sie erlauben ihm, aus dem immensen Angebot eine Vorauswahl in der gewünschten Kategorie zu treffen. Anschließend helfen dem Nutzer Online-Bewertungen durch andere Reisende, sich letztlich für einen Betrieb zu entscheiden.    

Wer Klassifizierung und Bewertungen miteinander verknüpft, so das Ergebnis der Studie, wird mehr Buchungen erzielen. Die Studie steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

HOTREC: FAIRERE PRAKTIKEN IM ONLINE-VERTRIEB

Anlässlich des Europäischen Tourismus Forums in Neapel, stellte HOTREC, der europäische Dachverband der Hotels, Restaurants und Cafés, auf der Podiumsdiskussion zu Digitalisierung und Innovation im Tourismus eine aktualisierte und erweiterte Version seiner „Benchmarks fairer Praktiken in der Online-Distribution“ vor.

Die überarbeiteten Richtlinien bieten konkrete Lösungsvorschläge für ein transparenteres und ausgewogeneres Marktumfeld im Bereich der Online-Distribution. Die wichtigste Grundlage dafür sind vertrauenswürdigere und zuverlässigere Informationen auf Bewertungsseiten, Online-Buchungsplattformen und Meta-Suchmaschinen, von denen alle Marktteilnehmer gleichermaßen profitieren sollen.

„Da bereits mehr als ein Drittel der Hotelzimmer in Europa online gebucht werden, sind faire Praktiken im Online-Vertrieb von elementarer Bedeutung für die Hotellerie, aber ebenso für die Gäste“, betont Markus Luthe, Vorsitzender der HOTREC Distribution Task Force in der Podiumsdiskussion beim Europäischen Tourismus Forum 2014 in Neapel. „Wir fordern unsere Vertriebspartner auf, unsere Benchmarks zum Wohle der Gäste, der Hoteliers und der Vermittler zu berücksichtigen und von sich aus zu implementieren."

Die vollständigen Richtlinien stehen Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

BERLINER BEZIRKE DÜRFEN DOCH NACH FERIENWOHNUNGEN IM INTERNET SUCHEN

Da ist der Berliner Datenschutzbeauftrage Alexander Dix wohl über das Ziel hinausgeschossen. Ende Oktober hat er dem Bezirksamt Mitte mitgeteilt, dass das Aufspüren von nicht angemeldeten Ferienwohnungen per Internetrecherche nicht durch das Zweckentfremdungsverbotsgesetz gedeckt sei. Tatsächlich wird im Gesetz erwähnt, was erlaubt ist: Abfrage beim Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten, Wirtschaftsamt, Grundbuchamt, Handelsregister, Investitionsbank Berlin und bei anderen Bezirksämtern. Das Internet komme da nicht vor, deshalb dürfe diese öffentlich zugängliche und sicher ergiebige Quelle nicht genutzt werden. „Die Senatsverwaltung sieht das genauso wie wir“, erklärte ein Sprecher des Datenschutzbeauftragten.

Nicht nur die ehemalige Sozialsenatorin Ingrid Stahmer (SPD) war empört ob solcher Logik: „Wenn das so wäre, dürften die suchenden Ämter auch nicht Zeitung lesen“, schrieb sie dem Tagesspiegel. Die Grünen dagegen folgten offenbar der Logik und sprachen von einer „peinlichen Gesetzeslücke“ und forderten schnelle Nachbesserung.

Es ging auch weniger aufwändig. Die Senatsverwaltung suchte das Gespräch mit dem Datenschutzbeauftragten und einigte sich mit ihm. In einer gemeinsamen Stellungnahme von Senatsverwaltung und Datenschutzbeauftragtem hieß es danach: Zu den „notwendigen Ermittlungen“ dürften die Bezirksämter „jede Art von Medien, auch das Internet“ nutzen.

In Berlin werden 12.000 Ferienwohnungen vermutet, von denen nur die Hälfte bisher angemeldet ist.

INTERNATIONALES NORMUNGSVORHABEN „ONLINE REPUTATION“ GESTARTET

Ende Oktober kam erstmals der internationale Normungsausschuss ISO / TC 290 zusammen, um über das neue ISO-Arbeitsgebiet „Online Reputation“ zu beraten.

Vor dem Hintergrund der stetigen wachsenden Bedeutung von nutzergenerierten Inhalten im Internet ist das erklärte Ziel des Ausschusses, transparentere Strukturen zu schaffen, die auch kleinen und mittleren Unternehmen einen einfacheren Umgang mit dem Thema Online Reputation, insbesondere im Bereich der Social Media, ermöglichen.

Zum Arbeitsbereich „Kundenorientiertes Feedback auf Basis von Nutzererfahrungen“ wurde vom französischen Normungsinstitut AFNOR bereits ein erster Normungsvorschlag vorgestellt. Diskussionsgrundlage ist hierbei die französische Norm NF Z 74-501 „Online consumer reviews – Principles and requirements for collection, moderation and delivery processes for online consumer reviews”. Darin sollen Grundsätze und Anforderungen hinsichtlich der Sammlung, Moderation und Verteilung von Bewertungen durch Konsumenten geregelt werden.

Als Teil der deutschen Delegation wird der Hotelverband Deutschland (IHA) die Arbeiten des ISO / TC 290 „Online Reputation“ aktiv begleiten und sich für die Einbringung der Interessen der Hotellerie einsetzen.

EU-KOMMISSION PRÜFT BESCHWERDE GEGEN JUGENDHERBERGEN

„Wenn eine Jugendherberge mit Wellness- und Ayurveda-Wochenenden wirbt, läuft einiges aus dem Ruder."
 
Die EU-Kommission will die staatliche Förderung für die deutschen Jugendherbergen untersuchen. Dabei soll es um die Frage gehen, ob die Jugendherbergen zu Unrecht Beihilfen erhalten haben, die den Wettbewerb verzerren könnten. Das bestätigte die EU-Kommission am Montag, 20. Oktober 2014, in Brüssel. Beim EU-Wettbewerbskommissar ist eine Beschwerde eingegangen, die sich gegen das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) richtet, wie einer seiner Sprecher erklärte. Wer die Beschwerde eingereicht hat, wollte er nicht verraten. Nach Darstellung des Spiegels war es die Hotelkette A&O Hotels and Hostels.

Das deutsche Jugendherbergswerk bezieht nach eigenen Angaben im Jahr insgesamt rund drei Millionen Euro Zuschüsse von Bund und Ländern und sieht nach eigenen Angaben einem möglichen Verfahren gelassen entgegen. DJH-Chef Bernd Dohn: "Das Angebot richtet sich nach wie vor an Schulen, Familien und Jugendliche."

Dagegen hat der FDP-Landtagsabgeordnete Dr. Friedrich Bullinger zumindest in Baden-Württemberg „schwarze Schafe“ unter den Jugendherbergen ausgemacht, die sich von ihrer Gemeinnützigkeit entfernen und  Hotels Konkurrenz machen. „Wenn eine Jugendherberge mit Wellness- und Ayurveda-Wochenenden wirbt, oder das hauseigene Bistro als Örtlichkeit für eine „afterwork experience“ oder ein „gemütliches Get-Together mit Blick auf die Stuttgarter City“ im Anschluss an eine Tagung anpreist, dann läuft etwas aus dem Ruder“, so der tourismuspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion.

KLASSIFIZIERTES HOTEL GIBT OBDACHLOSEN HOFFNUNG

Mit der Obdachlosigkeit beginnt häufig ein Teufelskreis. Denn ohne Wohnung gibt es keine Arbeit. In Köln will ein Projekt zeigen, dass es auch anders geht. Dabei spielt ein klassifizierter Hotelbetrieb eine zentrale Rolle. In Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Jobcenter und der „Obdachlosenhilfe Die Brücke“ unterstützt Achim Laurs, Direktor des Dorint Hotels in Deutz, ein Vorhaben, das Obdachlosen einen unbürokratischen (Wieder-)Einstieg in die Arbeitswelt ermöglicht.

Seit Mai beschäftigt das Dorint Hotel in Deutz drei Menschen ohne dauerhafte Bleibe und führt sie somit Schritt für Schritt zurück ins Arbeitsleben – zurück in die Gesellschaft, zurück in ein unabhängiges Leben.

„Einen wohnungslosen Menschen auf den Arbeitsmarkt zu bringen, ist ein ordentliches Unterfangen“, folgert Stephan Santelmann, der Leiter des Sozialamtes. „Da ist die Stadt auf Kooperationspartner angewiesen.“ Dass es gelingen kann, kann das Beispiel des Dorint Hotels freilich nur im Kleinen belegen: In Köln sind laut Sozialamt rund 1900 Menschen wohnungslos. Davon leben längst nicht alle auf der Straße, aber ihnen fehlt ein fester Wohnsitz. Das Kooperationsprojekt konnte dreien von ihnen einen Ausweg weisen. Keine großen Zahlen, gibt Olaf Wagner vom Jobcenter zu, doch gilt für ihn wie für alle anderen Projektpartner: „Jeder Einzelne ist ein Erfolg.“

Der vollständige Artikel steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

WACHSTUMSSCHUB FÜR REISEBRANCHE VORHERGESAGT

Die Studie gibt einen optimistischen makroökonomischen Ausblick  für das weltweite Reiseaufkommen der kommenden zehn Jahre.
 
Die Reisebranche steht weltweit vor einem Jahrzehnt nachhaltigen Wachstums. Getrieben wird es zum Teil von China, dessen Anteil an weltweiten Auslandsreisen bis zum Jahr 2023 etwa 20 Prozent erreichen wird. Das zeigt „Shaping the Future of Travel: Macro Trends Driving Industry Growth over the Next Decade“, eine Studie des Beratungsunternehmens Oxford Economics im Auftrag des spanischen IT-Anbieters Amadeus.
 
Die Studie gibt einen optimistischen makroökonomischen Ausblick  für das weltweite Reiseaufkommen der kommenden zehn Jahre. Mit einem jährlichen Wachstum von 5,4 Prozent wird die Branche das globale Bruttoinlandsprodukt um etwa 2 Prozentpunkte übertreffen, so die Prognose.
 
Das Wachstum bleibt nicht auf die Entwicklung in China beschränkt, wie die Studie zeigt. Die Prognose deutet darauf hin, dass andere große Schwellenmärkte wie Russland, Brasilien, Indien, Indonesien und die Türkei im kommenden Jahrzehnt jeweils durchschnittlich fünf Prozent Wachstum pro Jahr für Inlands- und Auslandsreisen zeigen werden.
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