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STERNE AKTUELL - Der Newsletter der Deutschen Hotelklassifizierung © 2016

Sterne aktuell | Ausgabe 01/2016

1. Europaweite Umfrage zur Hotel-Distribution
2. Hotelsterne jetzt auch beim Kartendienst HERE mit an Bord
3. Landgericht Nürnberg verbietet irreführende Werbung mit Zimmerverfügbarkeiten
4. Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte pro Meinungsfreiheit
5. Hotellerie 4.0 - Studie von Roland Berger zur Hotellerie im Umbruch, dem digitalen Wandel und den Gäste von morgen

Europaweite Umfrage zur Hotel-Distribution

Wir bitten Sie sehr herzlich, sich an dieser Umfrage zu beteiligen.
Das Thema Distribution ist auch nach dem Fall der Paritätsklauseln von Booking.com und HRS in Deutschland von allergrößter Bedeutung für die deutsche, aber auch für die europäische Hotellerie.

Aus diesem Grund führen der DEHOGA Bundesverband und der Hotelverband Deutschland (IHA) gemeinsam mit ihrem europäischen Dachverband HOTREC und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis zum zweiten Mal eine europaweite Online-Umfrage durch.

Ziel der Befragung ist es, die Entwicklungstendenzen der wichtigsten Distributionskanäle aufzuzeigen, Marktanteile zu ermitteln und in einem europaweiten Gesamtkontext zu analysieren. Auf dieser Datenbasis können dann Strategien entwickelt und Rahmenbedingungen zum Vorteil der Branche gestaltet werden.

Wir bitten Sie sehr herzlich, sich an dieser Umfrage zu beteiligen. Bitte füllen Sie den Online-Fragebogen möglichst bis zum 11. März 2016 aus – am besten aber gleich jetzt...!

Hoteliers aus Deutschland können unter dem folgenden Link teilnehmen:
www.hotellerie.de/distribution-umfrage


Das Beantworten der Fragen nimmt nicht mehr als etwa 10 Minuten Zeit in Anspruch - eine sicherlich lohnende Investition! Eine Zusammenfassung der Studie wird den teilnehmenden Hoteliers auf Wunsch direkt per E-Mail zugestellt. Alle erhobenen Daten werden strikt vertraulich behandelt und nur zu statistischen Zwecken benutzt. Rückschlüsse auf einzelne Hotels sind aufgrund statistischer Aggregation der Daten ausgeschlossen.

Alle Hoteliers sind aufgerufen, sich an der Befragung zu beteiligen. Nur mit der Unterstützung und Mitarbeit der Hotellerie kann es gelingen, diese für die Branche wichtigen Informationen zu erarbeiten.

Hotelsterne jetzt auch beim Kartendienst HERE mit an Bord.

HERE, ein führendes Unternehmen in der Entwicklung digitaler Karten und ortsbezogener Technologie, und die Deutsche Hotelklassifizierung haben eine gemeinsame Datenschnittstelle eingerichtet, um künftig geprüfte Hotelinformationen und Sternekoordinaten schnell und zuverlässig in die Karten und Dienste von HERE zu integrieren. Dadurch verbessert sich nicht nur die Sicht- und Auffindbarkeit klassifizierter Hotels, sondern auch die Informationssicherheit für den Gast.

Durch den langjährigen IT-Partner der Deutschen Hotelklassifizierung highQ Computerlösungen werden zukünftig die geprüften Adressdaten und die korrekte Sterneanzahl klassifizierter Hotels in Deutschland per XML-Schnittstelle aus der bundesweiten Sternedatenbank mit den HERE-Angaben abgeglichen und automatisch aktualisiert. Somit werden bei HERE die korrekten Koordinaten klassifizierter Hotels sowie die offizielle Anzahl der Sterne angezeigt.

Auch die Sicherheit für den Gast wird dadurch erhöht: Bei den Angaben auf den Karten und in den Diensten von HERE kann der Reisende künftig davon ausgehen, dass es sich um die tatsächliche Sterneanzahl der rund 9.000 nach Deutscher Hotelklassifizierung offiziell eingestuften Hotels handelt, die auf objektiven Kriterien basiert und von einer Prüfungskommission vor Ort kontrolliert worden ist. Dadurch wird der Verbraucherschutz im Netz weiter gefördert.

„Der automatisierte Export der Sternedaten an HERE ist ein Gewinn sowohl für klassifizierte Hotels als auch für Hotelgäste. Die qualitativ hochwertigen Daten sorgen dafür, dass die klassifizierten Hotels bei HERE optimal dargestellt werden und die Gäste den richtigen Sternen folgen“, erläutert Markus Luthe, Geschäftsführer der DEHOGA Deutsche Hotelklassifizierung GmbH.

Landgericht Nürnberg verbietet irreführende Werbung mit Zimmerverfügbarkeiten

Auf Antrag der Wettbewerbszentrale hat das Landgericht Nürnberg-Fürth der hotel.de AG Nürnberg untersagt, auf dem Internetportal unter www.hotel.de bezogen auf Übernachtungsangebote mit Hinweisen auf eine begrenzte Verfügbarkeit von Hotelzimmern zu werben – insbesondere durch die Angabe „nur noch 4 Zimmer verfügbar!“ und/oder „nur noch ein Zimmer verfügbar!“ –, wenn tatsächlich weitere Hotelzimmer über einen anderen Buchungskanal (Direktvertrieb des Hotels, andere Buchungsportale, Reisebüros) für Gäste buchbar sind (Versäumnisurteil vom 03.02.2016, Az. 4 HK O 5203/15; nicht rechtskräftig).

Der Portalbetreiber hatte auf dem eigenen Buchungsportal mit den zitierten Werbeaussagen auf eine beschränkte Verfügbarkeit buchbarer Hotelzimmer hingewiesen. Tatsächlich handelte es sich bei dem genannten Zimmerkontingent lediglich um das eigene Kontingent. Weitere Zimmer waren über andere Buchungskanäle für den Interessenten buchbar. Hierin sah die Wettbewerbszentrale eine unzulässige Irreführung des Nutzers von www.hotel.de.

„Wer in derart pauschaler Weise mit Hinweisen auf eine beschränkte Verfügbarkeit wirbt, erweckt den Eindruck, dass insgesamt nur noch die genannte Zahl an Zimmern zur Verfügung steht und daher eine rasche Entscheidung erforderlich sei“, so Hans-Frieder Schönheit, Mitglied der Geschäftsführung der Wettbewerbszentrale, zum Gegenstand der gerichtlichen Auseinandersetzung. „Betrifft die Aussage zur Verfügbarkeit lediglich das eigene Kontingent, so muss dies deutlich aus der Werbung hervorgehen“, so Schönheit weiter.

Der Portalbetreiber hatte sich zunächst gegen die Klage der Wettbewerbszentrale verteidigt, war dann jedoch im Termin zur mündlichen Verhandlung bei Gericht nicht aufgetreten und ließ ein Versäumnisurteil gegen sich ergehen.

Dieser Fall ist in der Praxis der Wettbewerbszentrale allerdings nicht der erste zur „künstlichen Verknappung“ von Angeboten auf Hotelbuchungsportalen: Ohne Gerichte konnte seinerzeit eine Beanstandung gegenüber dem Hotelbuchungsportal Booking.com erledigt werden. Das Unternehmen verpflichtete sich gegenüber der Wettbewerbszentrale, nicht mehr mit Aussagen wie „Letzte Chance. Wir haben nur noch 1 Zimmer“ Druck auf die Zimmersuchenden auszuüben. Hierdurch wurde der irreführende Eindruck erzeugt, im betreffenden Hotel könnten keine weiteren Zimmer gebucht werden. Tatsächlich konnten aber in vielen Fällen noch Zimmer über die hoteleigene Webseite gebucht werden. Die „Verknappungspraxis“ von Booking.com war zuvor auch schon in den Niederlanden untersagt worden.

Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte pro Meinungsfreiheit

In dem zugrunde liegenden Verfahren, das seinen Ursprung in Ungarn hat, ging es vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) um die Frage, in wie weit Kommentare auf Nachrichtenseiten durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sind und unter welchen Voraussetzungen ein Betroffener die Kommentare beanstanden und entfernen lassen kann. Die Organisation der ungarischen Internet Service Provider und das Nachrichtenportal „index.hu“ wurden von ungarischen Gerichten für Online-Kommentare von Nutzern haftbar gemacht, die irreführende Geschäftspraktiken eines Immobilienportals bemängelten. Das Immobilienportal wiederum trat als Kläger auf.

Das Gericht lässt es sich nicht nehmen, auf die Verantwortlichkeit der Nachrichtenportale hinzuweisen: Wer Leser kommentieren lässt, muss für die Kommentare gleichermaßen einstehen.

In diesem Einzelfall, so das Gericht, haben die ungarischen Richter allerdings falsch geurteilt: Sie hätten in zu geringem Maße zwischen den einzelnen Rechtsgütern der Betroffenen abgewogen. Der Widerstreit bestand zwischen der Meinungsfreiheit der Nachrichtenportale auf der einen Seite und dem Unternehmenspersönlichkeitsrecht des Immobilienportals auf der anderen. Dem EGMR zufolge müsste unter Berücksichtigung des Zusammenhangs geprüft werden, ob eine noch zulässige Meinungsäußerung vorliegt oder ob es sich um eine rechtswidrige Äußerung handelt. Zudem sollte Beachtung finden, ob die Nachrichtenseite Maßnahmen zur Meldung von Kommentaren eingerichtet hat. Es muss differenziert werden, ob zur Gewalt aufgerufen wird oder lediglich polemische Beschimpfungen geäußert werden.

Hotellerie 4.0 – Studie von Roland Berger zur Hotellerie im Umbruch, dem digitalen Wandel und den Gästen von morgen

Internationale Studie: "Hotellerie 4.0 – Gäste gewinnen und effizienter werden"
Unter dem Schlagwort "Think Act - Beyond Mainstream" hat die Unternehmensberatung Roland Berger zusammen mit der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) und mit Unterstützung von Hotelleriesuisse und Hotelverband Deutschland (IHA) eine internationale Studie zur "Hotellerie 4.0 - Gäste gewinnen und effizienter werden" erstellt. Sie zeigt auf, wie Hotels auf die Herausforderungen der Digitalisierung aller Lebensbereiche und Geschäftsprozesse reagieren sollten, um sich die Kommunikationshoheit über ihre Produkte zurückzuerobern.

Der digitale Wandel betrifft alle Branchen und macht auch vor der Hotellerie nicht halt. Mehr als 50 Prozent der Buchungen erfolgen bereits über digitale Kanäle, Plattformen diktieren die Bedingungen im Onlinevertrieb und neue Player wie Airbnb drängen auf den Markt und nutzen Grauzonen aus.

Die Studie zeigt aber auch einen klaren Vorteil der Hotellerie gegenüber vielen anderen Branchen: „Der Kern des Angebots, die Übernachtung, ist virtuell nicht ersetzbar. Andere Wirtschaftszweige stehen viel stärker unter Druck“, verweist Dr. Vladimir Preveden, Managing Partner bei Roland Berger Österreich, auf Finanzdienstleister, Medien, Handels- und Technologieunternehmen. Marktführer wurden in die Knie gezwungen, ganze Geschäftsmodelle umgekrempelt. „Dort hat nur überlebt, wer frühzeitig auf Veränderungen reagiert hat. Daraus konnten wir wichtige Learnings für die Hotellerie ableiten“, so der Experte von Roland Berger:
  • Kostenstrukturen frühzeitig anpassen
  • Veränderungsprozesse früh einleiten für gründliche Umsetzung
  • Top-Qualität durch Spezialisierung statt Durchschnitt wegen Massenabfertigung
  • Moderne Technologien für bessere Service-Orientierung
  • Spezial-Know-how im Kerngeschäft und in der IT
In der Studie wurden Online-Aktivitäten 13 internationaler Hotelgruppen, 17 aktuelle Studien und 100 Startups aus der Reise- und Hotelbranche analysiert. Das Resultat: ein Katalog von Empfehlungen, wie Hoteliers Gäste zurückgewinnen und die Digitalisierung zu ihrem Vorteile nutzen können – Praxisnähe garantiert.

Die vollständige Studie steht Ihnen hier zum kostenfreien Download zur Verfügung.
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